Review

Bartkowiak bleibt seinem ROMEO-MUST-DIE-Credo treu: Rap + Drahtseilstunts + Martial-Art + dünne Story = Film!
Aber in meinen Augen läuft, und lief, diese Masche nicht.

CRADLE ist ein mittelmäßiger bis leicht-unterdurchschnittlicher Acionfilm, der weder besonders spektakuläre FX oder Fights zu bieten hat, noch mit guten Darstellern aufwarten kann.
DMX kann einfach nicht schauspielern (der schlechte Gesamteindruck wird durch die deutsche Müll-Synchro in ungeahnte Höhen gepusht), Jet-Li ist ebenfalls ein aal-glatter Fighter, der außer ein paar lustigen Martial-Arts-Kniffen auch nicht viel bringt. Tom Arnold und Anthony Anderson als das lustige Duo wiederholen ihre Rolle aus Exit Wounds (die sie im Abspann auch noch nett auf die Schippe nehmen), aber für mehr als ein paar kleinen Lächler sind die beiden in CRADLE auch nicht gut. Und selbst wenn könnte es diesen Film nicht aus der Mittelmäßigkeit erheben.

Die Optik ist typisch-Bartkowiakisch schnell und fetzig, und für Freunde von rasanten Filmen sicher teilweise nett anzusehen. Aber leider versauert diese Rasanz zu oft in der Mittelmäßigkeit, so daß z.B. eine Auto- bzw. Quad-Verfolgungsszene zwar schnell und flashig inszeniert, aber eigentlich ziemelich langweillig ist.

An der Ausstattung mangelt es der JOEL SILVER Produktion natürlich nicht. Alles was für den Film gebraucht wird, wird rangekarrt. Ob es sich nun um unzählige Autos, Hubschrauber oder ein M1A1-Abrams-Panzer handelt. Aber was nützt die beste Ausstattung, wenn der Film ansich so aufregend ist, wie ein zu weich gekochtes Ei?

Das Problem fängt mit den Charakteren an. Sie sind dem Zuschauer zum größten Teil eigentlich egal. Niemand erarbeitet sich während der 100 Minuten die Sorge des Zuschauers, auch nicht ein um die Tochter besorgter DMX. Also haben wir schonmal fähige aber recht flache Schauspieler bzw. Charaktere.
Dazu mixen wir die 08/15 Story, die ansich niemanden interessieren dürfte, hätten Bartkowiak und Silver keine Action-Inszenierung draus gemacht.

Im Überlick kann man das SO zusammenfassen:
- Schauspieler: platt und oberflächlich
- Story: lahm , unspannend
- Optik des Film: schnittig, teuer und schnell
- Musik: aktuelle Raps von DMX, Eminem und Co... wer's mag.

An 16 ist für den FSK-Kenner / Hasser schon etwas verwunderlich. Immerin sehen wir einen ziemelich harten Armbruch, ein paar blutige Schläge und sonstige kleine Brutalitäten. Von dem Gewaltpotenzial her sicher kein EXIT WOUNDS, aber ab 16 hat mich schon etwas verwundet.

Dieser durchschnittliche Flick wird zurecht schnell wieder vergessen sein. Ein Kinobesuch lohnt sich wirklich nur für DMX- und/oder Jet Li -Fans oder Liebhaber schneller, platter Durchschnitts-Actioner.

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