Review

Schlucktrauma


„Swallow“ mit der bezaubernden (und in meinen Augen besseren Jennifer Lawrence) Haley Bennett erzählt von einer jungen, schwangeren Frau in einer scheinbar glücklichen Beziehung und reichen Familie - doch irgendetwas scheint nicht zu stimmen und sie beginnt Dinge zu schlucken, von Murmeln über Stecknadeln bis zu Batterien, die ihr, ihrem Körper und dem Baby ganz sicher nicht gut tun...

Faszinierend und abstoßend, traurig und hoffnungsvoll, feminin und stark, heftig und wichtig, intim und in vielerlei Beziehung allgegenwärtig - „Swallow“ ist ein verdammt gutes (Horror-)Drama, für das man allerdings einen starken Magen und vielleicht ein wenig Arthouse-Faible braucht. Ein menschlicher, psychologischer Schocker ohne Würgereflex. Sehr hübsch, sehr hart, sehr human. Über Freiheit und Vergangenheit, über Reichtum und Glück, über Schein und Sein, über Trauma und Aura, über Wut und Angst. Horror muss nicht immer an der Oberfläche sein, Gewalt und (seelische) Korsetts müssen nicht immer blaue Flecken hervorrufen. Absolute Gänsehautdarstellung psychischer Probleme und seelischer Narben. Ein Ausbruchsversuch wie kein anderer. 

Fazit: was für ein unangenehmes Teil! Die hübsche, enorm talentierte Bennett spielt beängstigend gut, seelisch wie physisch aufopferungsvoll bis an die Schmerzgrenze und jeder Schluck ist hier schon zu viel des Guten, wirkte bei mir härter als die schlimmsten Splattereinlagen. Traurig, traumatisch, feminin, intensiv und stark! 

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