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Hunter ist eine typische „Trophy Wife“. Als Ehefrau von Richie, einem Geschäftsmann aus reichem Haus, verbringt sie ihren Alltag hauptsächlich mit der Gestaltung von Haus und Garten sowie mit der Zubereitung eines Abendessens für den heimkehrenden Gatten. Entsprechend geringgeschätzt wird sie von Richies Familie. Die nebensächlich herablassende Art, in der Richies Eltern sie behandeln, ist regelrecht physisch unangenehm. 

Noch unangenehmer wird es allerdings, als Hunter beginnt, ihre Situation mit einem mehr als seltsamen Verhalten zu kompensieren: Sie verschluckt Gegenstände. Das mag beim ersten Mal mit einer kleinen Murmel noch als Marotte durchgehen. Doch bereits das zweite Schluckobjekt ist eine Pin-Nadel. 

Der Debutfilm von Carlo Mirabella-Davis ist ein auf subtile Weise unberechenbares Genrebiest, das sich stilsicher zwischen Gesellschaftssatire, Bodyhorror, Interior Design Porn und feministischem Drama bewegt. 

Der Film zieht den Zuschauer zunächst durch seine besondere Ästhetik in seinen Bann, bevor er dezent zu immer heftigeren Schlägen in die Magengrube ausholt. Diese sind zwar eher psychologischer Natur, wirken jedoch gerade deswegen stärker als so mancher Genreschockeffekt. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt auch Haley Bennett, die in der Rolle einer Frau, die sich ihre Selbstbestimmung zurückholt, wirklich großartig ist. 

In gewisser Weise kann man SWALLOW als einen Schwesterfilm des ein Jahr später erschienenen PROMISING YOUNG WOMAN sehen, auch wenn ihm leider nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wurde. Eine echte Filmperle, die man entdecken sollte.

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