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Die Grenze zwischen Leben und Tod sei fließend, tönt eingangs das Zitat von E.A. Poe, nach dessen Vorlage „Lebendig Begraben“ dieser Streifen zumindest ansatzweise entstand. Nebst einigen anderen Verfilmungen des Themas transponiert der ausgemachte Trashfilmer Fred Olen Ray seine Version in die Gegenwart, Hauptfigur ist die attraktive Victoria. Seit dem Tod ihres Vaters hat diese Albträume und üble Tagträume, zunehmend beschleicht sie die Angst, eines Tages als lebendiger Geist im toten Körper gefangen zu sein. Ähnlich erging es nach ihren Vorstellungen schon ihrem Vater, dessen Tod sie dem Arzt Dr. Carlton in die Schuhe schiebt. Viel weniger vertrauensunwürdig scheint allerdings Michael Berryman, seit „Hügel Der Blutigen Augen“ als Irrer abonniert, der einen Gastauftritt als Obduktionsarzt hat. Eine tatsächlich tragende Rolle spielt der genau so wenig wie Horrorikone Karen Black, die recht spät als Hypnotiseurin für das parapsychologische Moment sorgen soll. Richtig spannend ist das sowieso zu keinem Zeitpunkt, vielmehr geht es um den betrügerischen Ehemann Terry und seine Geliebte, die überaus blonde Sekretärin. Regisseur Fred Olen Ray waren seine nackten Darstellerinnen bekanntlich schon immer wichtiger, als düstere Horroratmosphäre. Den Grundgedanken Poes erhält der Billigfilmer immerhin und spielt mit überraschenden Wechseln zwischen Träumen und der Realität. Erst im Finale fließt etwas deutlicher das Kunstblut, bis dahin ist es lauwarm bis langweilig, Scream Queen Brinke Stevens in der Hauptrolle kann ebenso wenig retten, wie ihr neuer Bekannter (Jan-Michael Vincent), der eigentlich ihrem Mann auf den Fersen ist. Nur wer den unfreiwilligen Humor solcher B-Movies zu schätzen weiß, kann einen Blick riskieren, Poe-Fans wird es eher verärgern.

Fazit: Das Aufgebot verspricht mehr (und sei es nur Trash) als dieser hingeschluderte Film hält. 4/10 Punkten

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