Review

Fischers Fritz fischt freche Frauen


Da singen paar Bärte, da fließt etwas Blut, 
dass Amazon solche Indieperlen produziert, ja das tut gut. 

Zwei Mädels lassen eine Männerleiche verschwinden, 
doch kann man diesem Fischerdorf die Augen nicht ganz zu binden.
 
„Blow the Man Down“ erinnert an die Coens, hat finster-feinen Humor, 
da hört man auch gerne mal einen basslastigen Männerchor. 

Auch schön, die Frau Martindale mal etwas prominenter zu seh'n, 
es ist ein Leichtes dieses schwarzhumorige Küstenkammerspiel zu übersteh'n. 

Düster, dunkel, frech und feminin, 
sind die Idee und die Art aber noch mehr als nur gelieh'n. 

Morde, Möwen und andere Delikte, 
brodeln hier eine Menge unterdrückte Konflikte. 

Von Bordellen, verwirrten Cops und abgeschnittenen Armen, 
gehört hier die Hoheit eher Felsen statt Farnen. 

Die Wellen peitschen ans Ufer, die Kälte, die klirrt, 
angenehm, wie das knackige Script vor lauter Understatement flirrt. 

Intensive Jungdarstellerinnen, ein Hauch salzige Suppe, 
ist einem sogar das passend unterwältigende Ende fast schnuppe. 

Windig, aufgeweckt, mal tragisch, mal komisch, 
da kann ich nur sagen, dieser schuppige Krimi lohnt sich! 

Fazit: kein „Fargo“ mit Fischen, aber dennoch eine kantig-kuriose Indie-Groteske über junge Frauen, alte Frauen, garstige Geheimnisse und Selbstbestimmung. Kann man machen. Keine Zeitverschwendung. Stilvoller Prime-Exclusive. 

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