Review

Coming-of-Age zwischen Kopftuch, Tolstoi und Halfpipe

In "Hala" (auf Apple+) folgen wir einem intelligenten, pakistanischen Mädchen, das in Amerika groß wird und zwischen amerikanischen Freunden, jugendlichen Gefühlen und elterlicher Tradition die Hürden und Herausforderungen der Pubertät meistern muss...

Obwohl "Hala" einige Klischees und Gewohnheiten solcher "Immigrant"- als auch Coming-of-Age-Stories bewusst nicht umschifft und sie eher akzeptiert, ist Minhal Baig hier dennoch ein sehr einfühlsamer und schöner Film gelungen. Die Jungdarsteller wirken ausgesprochen authentisch, alles ist überhaupt nicht hektisch oder sensationsgeil, sowohl Soundtrack als auch Score haben es in sich, die Bildsprache ist hübsch, wenn auch unaufgeregt, die Geschichte hält bei der Stange. Man bleibt definitiv dran und will wissen, wie es weitergeht. Außerdem ist Film als Medium immer sehr intuitiv und hilfreich, um auch in andere Kulturen, Geschlechter und Erfahrungen als Teenager hineinzuhorchen. Und "Hala" macht genau das gut bis sehr gut. Weil er eben aber dann doch in keiner Beziehung (außer dem wirklich sehr sensiblen, klassischen Score) heraussticht oder bei einem bleibt, kann ich nicht höher werten, hat mich das Ganze jetzt nicht umgehauen, habe ich Ähnliches schon oft gesehen, brauche ich es nicht in der Sammlung. Trotzdem ist das von Anspruch, Klasse und Sensibilitäten weit über Streamingdurchschnitt. Empathisch und sachlich. Nur eben etwas trocken.

Fazit: schön, kleines, sensibles Charakterporträt zwischen Religion, Tradition und Erwachsenwerden in einer "neuen", westlichen Kultur. Ganz sicher nichts Neues oder spektakulär - aber nicht unwichtig, nicht schlecht!

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