Review

Let’s Go, Satan, Let's Go!


In den besten Momenten von „Satanic Panic“ (immerhin von der Fangoria mitproduziert!) schimmert ein Stückchen Sam Raimi durch das wilde Treiben. Es gibt zudem sogar eine saftige Anspielung auf Fulci. Und allgemein merkt man, dass die Macher ihr Handwerk und ihr Fach verstehen, kennen, lieben wie wir. Und das reicht insgesamt für mich, dass ich dieses humoristische Satanstreiben jedem Horrorfan grundsolide und einwandfrei zur Geisterstunde als hohlen Zeitvertreib empfehlen kann. Jetzt vielleicht keinen Klassiker erwarten, erst recht nach den o.g. Legendennamen, dann kann das nur gut gehen... Erzählt wird von einer jungen Pizzabotin, die an ihrem ersten Abend einen Auftrag von weit außerhalb, in der reichsten Gegend der Stadt annimmt, natürlich mit Hoffnung auf ein fettes, dringend benötigtes Trinkgeld. Doch anstatt einem dicken Portemonnaie landet sie selbst auf dem Teller bzw. im Visier der dort massiv ansässigen Satanisten, die zufälligerweise gerade eine Ersatz-Jungfrau benötigen... 

„Satanic Panic“ hat seine Schwächen. Beispielsweise geht er weder mit seinem Humor noch mit seinem Horror mal längere Zeit in die Vollen, er versucht immer ein Zwitterding, das die Nadel des Lachens oder des Wahnsinns immer nur kitzelt statt ihr einen Tritt in die Eier zu verpassen. Außerdem gehen dem Ding im Finale deutlich Luft und Ideen aus, unsere „Heldin“ bleibt ein wenig blass und einige krasse Ideen werden wie gesagt nur angedeutet, angestichelt, angedacht, selten over-the-top durchgezogen. Selbst wenn ein riesiger, rotierender Kill-do, ausgebrochene Gedärme (da is'er, der Lucio) oder Rumgepule in Wunden zweifellos Highlights sind. Deswegen liefert „Satanic Panic“ grundsätzlich schon ab, hätte weitaus lahmer und schlimmer werden können. Auch wenn sich sowohl Satan als auch Panik durchaus hätten öfters sehen lassen können. Ein Stück böser, ein Stück fieser, ein Stück dunkler, ein Stück weniger gewollt - fertig hätte ein moderner Klassiker sein können. So bleiben gute Ansätze und ein zackiger Zeitvertreib für Fans. Und Rebecca Romijn ist eine formidable Boss Bitch! 

Fazit: die Reichen sind die Hölle! „Satanic Panic“ rockt in seinen besten Momenten wie ein Hipster-Raimi und bietet viel Spaß an der teuflischen Freude. Selbst wenn er sich hintenraus irgendwie etwas herausstiehlt... War mehr drin, bin dennoch befriedigt. 

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