Review

Ein Fuss (*kölsch für Redhead*) bringt Verdruss


Ein weiterer perfekter Quarantänefilm! :) „Sea Fever“ handelt von einem Fischerboot samt Besatzung vor der Küste Schottlands, das auf gierigen, verzweifelten Abwegen auf einen seltsam-tentakeligen Organismus trifft, der tödliche Larven (?) übertragen kann, die schonmal gerne menschliche Augen platzen lassen (klasse Szene!)...
 
„Sea Fever“ ist ein dezenter, ziemlich cleverer Low-Budget-Ekelerreger irgendwo zwischen „Life“, „Prometheus“ und „The Abyss“. Damit kann ich gut leben. Selbst wenn bei den zum Teil starken schottischen Akzenten Untertitel geholfen hätten. Gefesselt hat mich diese mysteriöse Hochsee-Infektion dennoch. Die besagte „Augenszene“ hat mich nach einem sehr zurückhaltenden ersten Drittel massiv aufgeweckt, die Figuren handeln alle glaubhaft, selbst wenn unsere rothaarige „Heldin“ definitiv auch nerven kann, selbst wenn sie recht hat und ihre Tipps und Handlungen erschreckend unseren Zuständen der letzten Monate ähneln. Was „Sea Fever“ für mich allerdings nur noch nachvollziehbarer und intensiver und authentischer gemacht hat. Richtigen Kreaturenhorror gibt’s allerdings wenig, darauf sollte man vorbereitet sein, dieses „Seefieber“ spielt eher mit Klaustrophobie, menschlichen Verhaltensweisen, Unwissenheit, Vernunft und der Angst infiziert zu sein. Das „Viech“ an sich schwankt zwischen interessant, glitschig und öde. Und das Finnish ist ambivalent, jedoch massiv antiklimaktisch. Schön fand ich wiederum die Einweihung von Seemannsgarn über Rothaarige, Aberglaube und Unglück. 

Fazit: „The Thing“ auf 'nem Boot?! „Sea Fever“ ist atmosphärisch und für Fans von (Unter-)Wasser-Creature Features ein netter Zwischenhappen. Durch zu wenig Höhepunkte und zum Teil nervige Figuren allerdings auch nie mehr. 

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