Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 02.04.2013

Es ist das gleiche New York wie dasjenige von Abel Ferrara oder dem jungen Martin Scorsese: Ein schmutziges Moloch mit Hochglanzfassade und enorm vielen Schattenseiten. Letztere nutzt William Lustig, um die Titelfigur über lange Zeit im Dunkeln zu verbergen... Zu sehen ist bloß die furchteinflößende Statur des außer Kontrolle geratenen Cops, sein Gesicht bleibt ein Rätsel, das den Zuschauer über zwei Drittel des Films beschäftigt. Die Anonymität hinter der Uniform - "Maniac Cop" spielt mit dem blinden Vertrauen, das der Bürger bestimmten Berufsgruppen entgegenbringt und bebildert die Konsequenzen: Zuerst rennen die Opfer potenziellen Verbrechern davon und dem vermeintlichen Retter der Not in die Arme, später dann, als die Medien ihre Schlagzeilen in die Öffentlichkeit transportiert haben, schießen die vermeintlichen Opfer auf ihre Retter im Irrglauben, sie hätten es mit einem Psychopathen zu tun. In diesen Momenten ist Lustigs Film auch Mediensatire. Die Demaskierung des Hünen betont dann aber doch eher das Sleazige des Films, das natürlich von Anfang an vorhanden war; nun wütet ein Monster, das es mit den Regeln des B-Films zu beseitigen gilt. Bruce Campbell ist der ideale Gegenpart in der Gegenüberstellung des bösen und nicht ganz so bösen Cops - schmal, bleich, hilflos angesichts der plötzlich aufkeimenden echten Gefahr und doch wächst er am Ende über sich hinaus - ein American Hero.

*weitere Informationen: siehe Profil

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