Review

Eine echte Marke

William Lustigs „Maniac Cop“ ist einer der ultimativen NYC-B-Movies, noch immer richtig unterhaltsam und schön schmierig - wenn auch nicht ganz so dreckig wie sein Fast-Namensvetter „Maniac“. Aber das geht auch kaum. „Maniac Cop“ lässt einen psychopathischen und wortlosen Hünen und Killer in Polizeiuniform auf den nächtlichen Big Apple los, der den unschuldigen Bürgern noch mehr Angst vor den „Jungs in blau“ macht als ohnehin schon an der Tagesordnung steht… 

Killer Cop UND Cop Killer?!

Es ist jetzt nicht so, dass die (amerikanische) Polizei in den letzten Jahrzehnten wirklich an Ansehen und Vertrauen gewonnen hätte, um es mal vorsichtig bis ironisch auszudrücken. Auf diese unterschwellige Art war „Maniac Cop“ seiner Zeit also weit voraus. Doch auch ohne diese traurige und leider noch akuter gewordene Subebene hat „Maniac Cop“ genug auf dem grindhousigen Kerbholz. Die Kills sind kreativ, saftig und meist augenzwinkernd (ich sage nur „Betonkopf“). Die Polizei von Manhattan zeigt sich von allen Seiten, fiesen wie feinen. Und allgemein wird das New York der schmutzigen 80er verdammt stark und atmosphärisch eingefangen. Mehr dampfende Gullideckel gehen kaum. I love it! Dazu zurecht beliebte und prägnante Genrefressen wie Bruce Campbell, Tom Atkins und Robert Z'Dar. Alles hat Narben, Pickel und fühlt sich immer leicht off an. Viele Neonlichter und heutige No-Gos. Alkohol, Zigaretten, Bordsteinschwalben. Nah an Troma, aber doch nicht ganz da. Nun zum Glück schon länger runter vom Index. Fertig ist ein feuchtfröhlicher Fickfinger für den guten Geschmack. Plastisch, drastisch, leicht spastig. Köstlich verdrehter Slasher! Und die Fortsetzung sollte sogar noch einen Gang hochschalten und den Prügel bis zum Anschlag stecken… 

Fazit: schöner „Cop-Slasher“ mit ausreichend sleazy Charme und NYC-Flair… diesen Cop hält niemand auf! Außer vielleicht der noch bessere, comichaftere und lustvollere „Maniac Cop 2“… 

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