Review

Du bist was du isst


Fremdscham, Langeweile, Stil und Grusel sitzen in „Honeydew“ an einem künstlerisch und gedanklich prachtvoll gedeckten Tisch. Ein Pärchen campt im Hinterland und Nirgendwo, bevor ihr Auto eines nachts den Geist aufgibt und sie bei einer alten, sehr weirden Dame Unterschlupf finden. Doch dann merken die beiden, dass es zwischen grassierender Rinderseuche und Kalorienzählen noch wesentlich fiesere Dinge gibt…

Hänsel & Ekel

„Honeydew“ ist einer bizarrer Mitternachtssnack. Das kann man dick und fett unterstreichen. Nicht nur nicht für jedermann, sondern für nur wenige. Oft übersalzen, geschmacklos und mit einer ungewohnten Textur im Mund des Genrefreunds. Sehr düster und schwarzhumorig und nihilistisch. New England Vegan Massacre. Schmerzhaft, pervers, nicht ohne Hintergedanke. Anstrengend und abartig. Devereux Milborn kann man gut und gerne im Auge behalten. Viel Essen oder im Magen haben sollte man hierbei nicht. Obwohl nie allzu explizit, wird harter Tobak impliziert. Verunsicherung. Dunkelheit. Unwohlsein. Schwer verdaulich. Kein Mainstream. Allein durch die sperrige, intensive und desorientierende Inszenierung. Wohl bekommt's! 

Fazit: skurriler, unterschwellig beunruhigender, manchmal auch unfreiwillig komischer New Age- und Arthouse-Horror zwischen Backwoodalptraum, Paartherapie und… falscher Ernährung? 

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