Wer hat nicht schon alles gegen Zombies antreten müssen: Cockneys, Strippers und sogar Abraham Lincoln wagten den Kampf gegen Untote. Hier dürfen sich die Micmac-Indianer wappnen, was nicht etwa auf Stephen King beruht, sondern auf der Idee von Regisseur Jeff Barnaby, der selbst in einem kanadischen Reservat aufgewachsen ist.
Das Indianerreservat Red Crow, 1981: Sheriff Traylor hat plötzlich alle Hände voll zu tun, als ausgenommene Lachse deutliche Anzeichen von Leben signalisieren und Menschen in der Ausnüchterungszelle zu Beißattacken neigen. Sechs Monate später hat die Epidemie viele dahingerafft, während Traylor und sein Gefolge ein Containerlager zu verteidigen haben…
Bis zum Bruch mit leichter Endzeitstimmung macht der Stoff ordentlich Laune, denn er steckt voller atmosphärischer Momente und kleinen Aufheiterungen. Die untoten Fische sind hübsch getrickst, das Setting des Küstenortes wirkt beinahe wie eine kleine Parallelwelt und die wesentlichen Charaktere werden sorgsam, jedoch nicht lahm eingeführt. Darüber hinaus gibt es mit Traylor, seiner Frau und Sohn Joseph gleich drei Sympathieträger.
Mit dem Break ist der Effekt ähnlich wie in „28 Days Later“: Nach einem starken Anlauf flacht die Dramaturgie merklich ab und sozialkritische Themen werden näher durchleuchtet.
Ein Bruderkonflikt spielt eine nicht unerhebliche Rolle und obgleich die Ansätze einer Parabel, dass der Weiße Krankheit und Tod ins Land der Ureinwohner bringt, unübersehbar sind, herrscht zuweilen eine unnötige Dialoglast. Dies ändert sich erst im finalen Drittel ein wenig.
Die Infizierten sind indes mit einem rundum soliden Make-up ausgestattet und meistens flott unterwegs. Zwar gibt es eher wenige Fressszenen, doch die überwiegend handgemachten Effekte reichen von Halsbiss über zertrümmerten Schädel und Enthauptung bis zum Schwert im Gesicht. Die wenigen digitalen Effekte passen da nicht so recht ins Bild, dafür untermauert der Score den Zeitgeist der 80er mit einigen Synthesizer-Flächen.
Die Mimen performen tauglich, genrebedingt wird auch nicht viel abverlangt, wobei Stonehorse Lone Goeman als Opa noch die beste Figur abgibt, indem man ihm eine Extrasequenz mit Schwertkampf einräumt.
Leider holt Barnaby nicht übermäßig viel aus der Prämisse mit den indigenen Wurzeln heraus. Hier und da klingt ein wenig Sozialkritik durch, doch speziell im Mittelteil dominiert zu sehr Familiendrama, während die Action vernachlässigt wird.
Starker Einstieg, mauer Mittelteil, halbwegs passables Finale, - unterm Strich okay und zumindest eine kleine Abwechslung innerhalb der Zombie-Einerleis.
6 von 10