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DAWN OF THE DEAD (2014) im Indianerreservat. Das ist ein sich selbst sehr ernst nehmender und düsterer Splatterfilm mit rennenden Untoten, weshalb der große Zombie-Spaß so ein bisschen auf der Strecke zu bleiben droht. Außerdem wird hier nichts gezeigt, was man nicht schon in zig Filmbeiträgen und in den letzten Jahren verstärkt in Fernsehserien gesehen hat. Anders ist halt nur, dass ungewöhnlich viele Akteure indianischer Abstammung (zum Teil auch Mischlinge) mitspielen, doch daraus wird nicht allzu viel gemacht - es gibt keinen spirituellen Anstrich oder dergleichen und die Abwehrmethoden bei den Zombies sind mit Knarren und Kettensägen auch nur die Üblichen. Sehr schade, denn in einer ganzen Reihe von Szenen wird deutlich, dass die Verantwortlichen ein gutes Verständnis fürs Horrorgenre haben und ein Gespür für Stimmung. Das hätte mit mehr Mut zu eigenen Wegen richtig gut werden können.
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Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Ein Zuschauer schon. Wer heutzutage einen Zombiefilm dreht, sollte dem Subgenre mindestens einen neuen Aspekt zu bieten haben. Das Novum in diesem Film: der nahezu vollständig indigene Cast. Und das war es dann auch schon – BLOOD QUANTUM ist ansonsten ein völlig austauschbarer Zombiefilm im WALKING DEAD-Fahrwasser, dessen wenige interessante Ideen leider nicht ausgespielt werden. So kommen beispielsweise zuerst die toten Tiere zurück, dann die Menschen und die Indianer scheinen allesamt immun gegen die Zombiebisse der Weißen zu sein – eine perfekte Vorlage für eine beißende Politparabel à la Romero. Stattdessen bekommen wir ein Familiendrama um ungleiche Brüder mit überforderten Schauspielern sowie zähen, pseudoseriösen Dialogen auf der einen sowie trashig expliziten Goreszenen auf der anderen Seite. Ein unausgewogener, uninteressanter Murks.