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Spätestens seit „The Endless“ konnten sich die Filmemacher Justin Benson und Aaron Moorhead einen soliden Ruf erarbeiten, der Filmfreunde über den Tellerrand der Independentszene hinaus erreichte. Dem leicht Surrealen bleiben die Regisseure treu, obgleich sich der Stoff im Vergleich zum Vorgänger bodenständiger und greifbarer gibt.

Die Rettungssanitäter Steve (Anthony Mackie) und Dennis (Jamie Dornan) werden vermehrt zu kuriosen Einsätzen gerufen, bei denen die Designerdroge „Synchronic“ eine bedeutende Rolle zu spielen scheint. Relikte aus der Vergangenheit tauchen an den Tatorten auf und als Dennis Tochter eines Tages spurlos verschwindet, ahnt Steve die Zusammenhänge. Er startet ein folgenschweres Selbstexperiment…

Die fünfte Regiearbeit des Duos entführt den Zuschauer erneut in mysteriöse Welten, genauer gesagt, in die der Zeitreisen. Mit dieser Thematik gehen bekanntlich oftmals einige Ungereimtheiten und Paradoxa einher, welche auch hier nicht ausbleiben, da einige Begebenheiten etwas steif konstruiert wirken und nie klar wird, warum die Droge den Konsumenten für genau sieben Minuten auf die Reise schickt und warum die Einnahme an einem genau festgelegten Platz für diverse Orts- und Zeitabweichungen sorgt.

Dennoch gestaltet sich der Stoff nicht uninteressant, wenn Ziele wie die Eiszeit oder der amerikanische Bürgerkrieg angesteuert werden, während anderweitig ominöse Rituale abgehalten werden oder Alligatoren im Sumpf lauern. Speziell der Übergang vom Hier und Jetzt in die Vergangenheit wurde per Morphing stark umgesetzt, die versierte Kamera von Moorhead selbst und die grundsolide Ausstattung tun ihr übriges, die Szenerie keineswegs wie eine simple Indie-Produktion aussehen zu lassen.

Die beiden Hauptfiguren erden die Angelegenheit auf eine recht angenehme Weise, zumal man ihnen die Buddies, welche jeweils ihre Päckchen zu tragen haben, jederzeit abnimmt.
Kurze Humoreinlagen wechseln sich mit tragischen Momenten ab und während sie sich bei den Einsätzen oftmals gekonnt die Bälle zuspielen, kommen philosophische Momente nicht zu kurz. Diese wirken zumindest nicht so oberflächlich wie einige krude Theorien, bei denen gar Einstein zitiert wird und die Funktion der Zirbeldrüse reichlich aus dem Kontext gerissen scheint.

Die audio-visuellen Stärken und die überzeugenden Mimen täuschen am Ende nicht ganz darüber hinweg, dass die eine oder andere Länge hätte vermieden werden können und sich Spannungsmomente insgesamt eher in Grenzen halten. Dennoch ein solides Werk von Benson und Moorhead, die ihrer Linie handwerklich als auch erzählerisch qualitativ treu bleiben.
6,5 von 10

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