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Vier Studentinnen sollen eine leerstehende Villa auf Vordermann bringen und beschwören dabei einen Dämon, der als Cartoonfigur den Anwesenden das Leben schwer macht.

Da Fred Olen Ray bei diesem Film das Regiezepter schwang, weiß man, was einen erwartet und das bekommt man hier auch.
Schnell wird ein Szenario kreiert (verlassene Villa, vier von Gott bzw. dem Schönheitschirurgen geschaffene Wuchtbrummen) und danach wird jede Gelegenheit genutzt, um die Tits 'n Ass Parade abfahren zu lassen. Hinzu kommt dann ein beschworener Dämon, der in sein erstes Opfer schlüpft und mit dessen Körper weitere Morde begeht und am Ende gibt es eine wenig geglückte Erklärung für die Geschehnisse. Das hört sich jetzt vielleicht nicht besonders prickelnd an, aber wer Filme von Fred Olen Ray kennt, der weiß, dass diese meist Spaß machen und so ist es auch bei "Evil Toon" der Fall. Die Mädels benehmen sich selten dämlich bei ihrem Kampf ums Überleben bzw. gegen den Dämon und sorgen somit für Freude beim anspruchslosen Zuschauer ebenso wie die platten Dialoge und allerhand witzige Ideen wie das plaudernde Buch, der Cartoondämon, der in guter alter Tex Avery Tradition den Wolf bei der Beobachtung einer reizenden Dame nach Außen kehrt, gen Decke steigende Zöpfe oder einen Dick Miller, der sich eine Szene eines Roger Corman Streifens mit sich selbst im Fernsehn ansieht und den Druck auf die Mute-Taste mit den Worten "Gut, dass man diesen Kerl auf Knopfdruck zum Schweigen bringt" kommentiert. Einige Längen haben sich zwar auch eingeschlichen, aber die unterhaltsamen Momente überwiegen insgesamt.
Die Darsteller liefern natürlich keine grandiosen Leistungen ab, aber wo keine anspruchsvolle Handlung vorhanden ist, da braucht man auch kein anspruchsvolles schauspielerisches Talent. Die Mädels mit unterschiedlichen Haarfarben glänzen da eher durch ihren Körpereinsatz (jede zieht wenigstens einmal - spätestens beim Todeskampf - blank), uns Michelle Bauer schaut in einer sehr spaßigen Szene kurz mal vorbei (natürlich nicht ohne ebenfalls blank zu ziehen) und David Carradine übernimmt die Rolle der Schlüsselfigur ohne sich dabei zu sehr zu verausgaben.
Die Effekte sind ordentlich ausgefallen. So agiert das Cartoonvieh recht überzeugend mit seiner realen Umwelt und Dämonenzähne und einige wenige Blutvorkommnisse kann man besonders in Anbetracht des geringen Budgets als passabel bezeichnen.

Insgesamt ist "Evil Toons" zwar nicht der ganz große Wurf, aber wer andere Filme von Fred Olen Ray möchte, der wird auch hier nicht enttäuscht sein.

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