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Tolle Filme machen kann so einfach sein, zumindest wenn man sich auf dem Niveau von Fred Olen Ray bewegt, einem der berühmt-berüchtigsten Aus-der-Hüfte-Schießer der Billigfilmfraßwelt, der mit Horror, SF und duften Bienen noch jeden DVD-Markt dieses Planeten in die Knie gezwungen hat, ohne das irgendjemand seine Fähigkeiten als Filmemacher auch nur mit einem „ganz nett“ garniert hätte.

Fred macht und machte Filme ohne großen Sinn und Verstand für Leute, die schon alles gesehen hatten oder eigentlich nur zünftig knutschen und fummeln wollten – und dass als an Streaming noch lange nicht zu denken war.
Was er brauchte, war nur ein Aufhänger, ein papierdünner Pitch oder auch nur ein hübsch entworfenes Plakat und dann lief die Sache schon, denn die Produktionen wurden nicht selten für wenig bis gar kein Geld zusammen gewichst.

Im Falle von „Evil Toons“ hatte er sogar noch etwas sehr Ungewöhnliches: eine Idee!
„Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ war zwar längst nicht mehr in aller Munde, aber warum nicht mal dämonische Zeichentrickfiguren auf halbnackte Mädels losgehen, wenn man sich schon keinen eigenen richtigen Tentakelporno leisten kann.

Und so geschah es dann: man nehme vier Damen, für die textile Verhüllung mehr so eine diskutable Ausgangsposition ist (zwei Softcore, zwei Hardcore) und stecke sie über Nacht als die unglaubwürdigste Putzkolonne in ein ziemlich weitläufiges Haus an der Ausfahrt von Hollywood. Dazu engagiere man zwei wirklich abgehalfterte Kultstars in vergessenswerten Nebenrollen und füge noch schnelle ein Buch hinzu, dass eindeutig nach Sam Raimis „Buch der Toten“ schnuppert und auch bösartig vor sich hin nölt.
Aus diesem Buch entfleucht nun in der gesamten Laufzeit genau EIN (1) Toon, ein rattiger Sabbelkopp, der ein wenig nach Ralph Bakshis Nebenfiguren müffelt. Der macht sich hechelnd in seinen wenigen Szenen über die Girls und Boys her, verwandelt sich aus Gründen der Budgetbegrenzung alsbald aber schon in sein erstes Opfer und meuchelt fortan bemüht verführerisch (und blutbespritzt) vor sich hin.

Allzu viel Geld für Animation war also nicht da, doch an Textilien wurde gespart und die Damen hüpfen, angejahrt oder noch ganz knackig fleißig durchs Häusle und präsentieren ihre Extremitäten, bis sie alle samt und sonders von der letalen Angreiferin erst das Blüschen und dann die Kehle zerfetzt bekommen. Da blitzen die Busen dann endlich, außer bei Monique Gabrielle, die ihre Mäuschen-Brille mit soviel Last-Girl-Anmut trägt, dass sie ihre Hupen schon vorab vor einem Spiegel ins rechte Licht rücken darf.

Das alles macht leider natürlich alles überhaupt keinen Sinn, vorzugsweise die irritierenden Auftritte von David „Kung Fu“ Carradine, der sich in seinen wohl separat gedrehten Szenen mit dem Plot auf Kriegsfuß befindet. Nebenbei gibt’s noch einen schmierigen Nachbarn und den guten, alten Dick Miller, der hier mit dicker Zigarre den Putzkolonnenchef im Öl-Tycoon-Outfit mimen darf und in einem besonders mariobarthigen Meta-Moment einen seiner eigenen Filme für Corman im TV verfolgen darf. Dafür wird ihm dann im Anschluss auch noch der Schniedel angenagt.

Klingt komisch, soll auch so sein.
Denn „Evil Toons“ ist vom Etikett her eine Komödie, die sich aus den dusseligen Dialogen speist, die die vier Bimbos hier vom Stapel lassen müssen, aber darauf achtet sowieso keiner richtig, der vom Stamme Adams und zufällig noch heterosexuell ist. In acht Tagen für 140 Riesen runtergekurbelt, hat das Film sogar so etwas wie Kultcharakter abgestaubt, aber das soll nichts heißen, denn trotz des allgemeinen Engagements und der opulenten Körbchengrößen enden diese 90 Minuten ziemlich eintönig.
Was für Fred Olen Ray-Fans bedeutet, dass der Film in seinem Oeuvre unter den „Perlen“ einzuordnen ist. (2/10)

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