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Tier-Horrorfilme gibt es einige. Egal ob es nun Spinnen oder Kakerlaken, Krokodile oder Vögel sind. Nahezu jede Tierart bildet idealen Stoff für viele, mal ganz gute, meist aber ziemlich schlechte, Horrorfilmchen. Die meisten Streifen dieser Art gibt es aber definitiv über das gefürchtete Nagetier aller Zeiten, der Ratte. Auch das Horrordrama "Hood Rat" befasst sich mit dem Tierchen, wobei der Film sich aber eher aus einem durchschnittlichen Hood-Drama und einem ganz miesen Horror-Streifen zusammensetzt.

"Hood Rat" wirft, nach dem blutigen Start, nämlich erst einmal einen Blick in die schwarzen Armenviertel von Amerika. Man bekommt viele arme Schlucker vor die Linse gesetzt, die in einem Haus leben, welches fernab all dem ist, was man als bewohnbar bezeichnen kann. 50 Minuten lang wird der kommende Horror-Part mit einem, zugegeben relativ realistischem, Bild dieser "Hoods" vorbereitet, und durch erstaunlich gute Darsteller auch einigermaßen glaubwürdig wieder gegeben. Trotzdem wirkt der Teil im Gesamtbild mehr als unpassend, da das Ganze schließlich als Horrorfilm verkauft wird und nicht als Drama! Somit ist diese etwas größere erste Hälfte zwar O.k. aber eben vollkommen fehl am Platz!

Doch wenn nach diesen Minuten der echte Horror wirklich losgeht, möchte man nach wenigen Minuten schon entsetzt abschalten. Denn auf einmal verkommt der ganze Streifen zu einem Machwerk übelster Sorte. 30 Minuten lang muss man jetzt noch zusehen, wie die Nager einem nach dem anderen, meist vollkommen grundlos, töten. Jeder, egal ob nun gut oder böse, muss daran glauben. Dabei passiert vieles im Off, (schlechte) Gore-Effekte blitzen bloß ab und an mal durch. Erklärungen wie und warum das Ganze überhaupt möglich ist werden nicht geliefert, es ist halt einfach so. Durch die recht dilettantische Inszenierung und der dusseligen Mucke kommt zudem auch wirklich keinerlei Atmosphäre auf und man ist dem Ermüden mal wieder erstaunlich nahe. Dümmer und sinnloser geht es kaum!

Fazit: Unpassende Mischung aus Drama und Horror, dem es, vor allem in der zweiten Hälfte, vollkommen an Innovationen und Können fehlt und bei dem die einzelnen Parts ungefähr so kompatibel zu einander sind wie Feuer und Wasser. Einzeln gesehen kann man den ersten 50 Minuten zwar locker 5/10 Punkten geben, dem anschließenden Horrorpart aber maximal 2/10. Im Durchschnitt ergibt das magere 3,5 Punkte, denen ich noch einen halben Punkt für die einigermaßen überzeugenden Darsteller hinzurechne. Trotzdem wurde hier, selbst für einen Direct-to-Video Film, wirklich unglaublich viel verschenkt!

Wertung: 4/10

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