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Der Barbesitzer Joe geht in seiner Freizeit dem Serienkillen nach und lernt bald die Kosmetikerin Kate kennen, die ebenfalls diesem Hobby frönt. Die beiden verlieben sich, heiraten und verlieren das Interesse am (auch gemeinsamen) Töten bis sie auf den kannibalisch veranlagten Klempner Hermann treffen.

Und wieder überrascht mich cmv-Laservision positiv mit einem kleinen sympatischen Film aus der Trash Collection. Das Ganze ist eine Mischung aus Pseudo-Doku, Komödie, Parodie, Love-Story, Splatter und macht einen tierischen Spaß. Der Humor steht hier eindeutig an erster Stelle und davon gibt es reichlich. Die an sich schon groteske Geschichte wird mit allerhand ideenreichen Klopfern verfeinert, dass es eine Freude für den ist, der mit diesem sonderlichen Humor zurecht kommt.
So gibt es einige herrliche running gags, wie z.B. den witzigen Weintraubenhass (!) unserer beiden Serienkiller, die die bloße Erwähnung dieser Früchte schon in Rage bringt und das ein oder andere Opfer begründet.
Es ist einfach großartig, wenn Joe seiner Kate einen Heiratsantrag macht, er aber dabei ständig von einem nicht totzukriegenden Opfer (Stripperinnen sind widerstandsfähig) unterbrochen wird, sich die Trauung wegen der Schwerhörigkeit des Standesbeamten in die Länge zieht oder sich die beiden entschließen, nicht mehr zu morden, sondern lieber anderen beim Töten zuschauen wollen (beide haben bei "Freitag der 13. Teil 4" am Ende geweint) und sich nen ganzen Arsch voll Filme ausleihen, wobei sie sich die Bänder ansehen und darin Bilder erkennen.
Nett sind auch solche Szenen, in denen einfach mal in die Kamera gesprochen wird, vorangegangene Handlungen bei Gesprächen mit Szenennummern bezeichnet werden oder gar das Filmteam inklusive übereifriger Kunstblutverteiler im Bild erscheint. Der Wortwitz tut sein Übriges.

Blutige Effekte sind zwar reichlich vorhanden, aber diejenigen, die nur auf solche aus sind, werden mit diesem Film nicht viel anfangen können. Dazu sind diese nicht detailfreudig genug und zeigen hauptsächlich Ergebnisse anstelle von Taten. Wo ich mich etwas geekelt habe war, als der Klempnerkannibale sich aus seinen Opfern eine Mahlzeit zubereitet oder bei unserem Serienkillerpärchen aus dem verstopften Abfluss eine Handvoll Finger fischt und schnabuliert.

Das Budget war augenscheinlich sehr gering, aber man hat das Beste daraus gemacht. Die Schauspieler sind zwar Laien, fallen aber nicht negativ auf und irgendwie überträgt sich die Freude, die sie beim Drehen hatten, auf den Zuschauer, so wie es beispielsweise auch bei "Bad Taste" der Fall ist. Auch die Musik gefällt mir sehr gut, wobei man mir mit dem Song "Psychos in love" einen echten Ohrwurm beschert hat.

Insgesamt ist dies zwar ein kleiner aber oho-er Film, der mir eine wahre Freude bereitet hat und noch des Öfteren in meinem DVD-Player seine Runden drehen wird. Schön, dass es solche Perlen noch zu entdecken gibt.

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