iHaveCNit: Guns Akimbo (2020)
04.07.2020
Es ist mal wieder Zeit für total abgedrehten Spaß im Kino gewesen. Und da eignete sich Jason Lei Howdens „Guns Akimbo“ mit Daniel Radcliffe und Samara Weaving perfekt. Neben der abgedrehten Idee und interessantem gesellschaftskritischen Ansatz bleibt der Film dann doch etwas unter seinen Möglichkeiten.
Für Miles läuft es nicht gut. Er trauert seiner Ex hinterher und im Job wird er ständig gemobbt. Die Freizeit verbringt er im Internet und auf der Streamingplattform „Skizm“ mit dem Trollen anderer Nutzer. „Skizm“ ist eine Streamingplattform, die einen tödlichen Wettstreit zwischen zwei Teilnehmern überträgt. Der aktuelle Star der Plattform ist die ungeschlagene Nix. Als Miles ein wenig zu weit geht und die Betreiber der Plattform trollt, wird er von ihnen überfallen und er wacht mit 2 an die Hände genagelten Pistolen auf und findet sich im Wettstreit gegen Nix wieder.
Verzeiht das „Namedropping“ hier an dieser Stelle, aber irgendwie hatte der Film sehr viel von anderen Filmen - „Nerve“ ; „Scott Pilgrim“ ; „Gamer“ ; „Crank“ ; „Shoot Em Up“ - kommen mir da in den Sinn, wenn ich an „Guns Akimbo“ denke. An alles, was man bei der Idee denkt was passieren wird, wenn einem Typen Pistole an die Hände genagelt werden, wird auch in „Guns Akimbo“ passieren. Darüber hinaus setzt sich der Film mit dem sensationsgierigen Voyeurismus unserer heutigen Zeit vor allem im Bezug auf Streamingplattformen wie Twitch und der abgebrühten Diskussionskultur im Internet auseinander. Daniel Radcliffe hat es nach seiner durchaus prägenden Rolle des Harry Potter natürlich schwer gegen diese Image anzuspielen – aber mit seinen Rollen in „Swiss Army Man“ ; „Jungle“ ; „Imperium“ und nun auch „Guns Akimbo“ ist er ganz gut dabei und liefert auch eine sehr abgedrehte Performance ab, während die von Samara Weaving gespielte Nix trotz diverser interessanter Ansätze etwas blass bleibt. Die Action selbst im Film schwankt zwischen Ästethik und Unübersichtlichkeit hin und her. Der Humor des Films ist schon sehr witzig und auch teilweise sehr derb. Darüber hinaus liefert der Film auch einige witzige popkulturelle Referenzen. Jedoch bleibt der Film etwas unter seinen Möglichkeiten, weil sehr viel nur oberflächlich und zu schnell abgehandelt wird.
„Guns Akimbo“ - My First Look – 7/10 Punkte.