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Wer kennt sie nicht, die Comics um die Abenteuer von Clever und Smart.
Seit über 25 Jahren legen die beiden tollpatschigen Geheimagenten bösen Schurken das Handwerk und lösen jeden Fall auf ihre chaotisch-naive Weise. Unter Leitung ihres cholerischen Chefs Mister L sind ihnen der erfinderische Dr. Bakterius und die gewichtige Sekretärin Ofelia bei der Verbrecherjagd behilflich.

Diese spanische Produktion ist nun der erste Realfilm der beiden Comichelden.
Die Handlung ist hier nur “roter Faden” und schnell erzählt:
Ein reicher Diktator versucht den Buckingham Palast abzureißen und an dortiger Stelle Sozialbauten zu errichten, denn warum soll nur eine Person dort wohnen, wo doch Platz für Hunderte ist?
Fred Clever und Jeff Smart werden also auf den Diktator Calimero angesetzt um seine Pläne zu vereiteln. Doch nicht nur ihr geringes Denkvermögen, sondern auch der zwielichtige Agent Fredy (Dominique Pinon) steht ihnen dabei im Wege.

Mit relativ großem Aufwand versucht Regisseur Javier Fesser dem “Look” der Comicvorlage gerecht zu werden. Leider sind die surreale Ausstattung, die Ähnlichkeit der Hauptdarsteller (Benito Pocino ist der fleischgewordene Fred Clever) und die gelungenen Spezialeffekte auch schon die einzigen Lichtblicke in diesem Lustspiel.
Die ganze Szenerie wird von hektischem Gezappel (Slapstick möchte ich das nicht nennen) bestimmt. So gut wie keine dieser Albernheiten wirkt pointiert oder ist auch nur ansatzweise komisch. Selbst Dominique Pinon chargiert sich, wenn auch mit viel Spielfreude, durch den Film und ist sich für keinen noch so schlechten Gag zu schade.
Mit zunehmender Spieldauer wiederholen sich die Albernheiten und münden in billigsten “Busengrapscherwitzchen” und grenzdebilem ga-ga Humor.

Man sollte jetzt glauben, die Talsohle des Niveaus sei erreicht, doch weit gefehlt!
Die deutsche Synchronisation ist schlichtweg eine Frechheit.
Die Comedians Erkan und Stefan leihen den beiden Comicagenten ihre Stimme.
Einem Film wie “Findet Nemo” konnten sie den Zauber nicht nehmen, doch hier schaffen sie es spielend das dargebotene Niveau zu unterbieten.
Mit ihrer Fäkalsprache, die nun überhaupt nicht zu den Figuren paßt, reißen sie asoziale Witzchen über Döner, Heino, Aldi und allerhand anderen unpassenden Dingen.
Wenn die Zuschauer in Scharen aus dem Kino flüchten, dann ist das größtenteils auch ihr Verdienst.

Da der Film in seinem Heimatland sehr erfolgreich war, ist eine Fortsetzung zu befürchten.
Dann aber hoffentlich ohne die Stimmen von Erkan und Stefan, mit einem richtigen Drehbuch und mit Situationskomik statt platten Slapstick.
Man wird ja noch hoffen dürfen! 2/10

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