Ibanez Comic's genießen zurecht Kultstatus. Ein ziemlich jeder kennt die Comicwerke des spanischen Zeichners, bei denen die beiden Geheimdienstagenten Jeff und Fred so richtig grenzdebil jeden ihnen aufgetragenen Fall verdummbeuteln dürfen. In Anlehnung an James Bond gestalten sich die Personen, allerdings dann doch eher als blanke Satire. Insbesondere die liebestolle Wuchtbrumme Ophelia als L's Sekretärin ist ein echtes abschreckendes Beispiel.
Eine Comic-Verfilmung mit realen Figuren ist naturgemäß eine Herausforderung. Dieser stellte sich Regisseur Javier Fesser und schuf eine passable Darstellung des harten Humors. In gewohnter Manier bekommen die beiden Helden ihr Fett weg, grell überzeichnet auch im Film die Comic-Wirklichkeit. Erstaunlich detailreich präsentiert sich die Szenerie, denn gerade die Randgags sind oft das, was den Reiz der Comics ausmacht.
Zur Story an sich gibt es nicht viel zu sagen, denn wie meistens ist diese sowieso egal - kommt es doch schließlich eher auf die Gags drauf an, die die Story begleiten und unser Gemüt erheitern. Dr. Bakterius erfindet einen Apparat, der Gegner demoralisieren kann - doch oh weh, dieser wird gestohlen und an einen Tyrannen ausgeliefert, der mit Hilfe dieses Höllenapparates England in die Knie zwingen will - Spanien's Geheimdienst TIA ist also wieder gefordert.
Leider entwickelt der Film bei weitem keinen Drive. Natürlich muß man es Fesser zugute halten "das bestmögliche herausgeholt zu haben", doch für eine eigenständige Bewertung in punktereichen Regionen ist dies leider nicht ausreichend. Denn schließlich wollen wir nicht eine Umsetzung von Comic in Film honorieren, sondern vorallem der Filmspaß will bewertet werden - und der läßt dann doch leider sehr zu wünschen übrig.
Die derben Gags beginnen mit der Zeit zu langweilen, die Konzentration auf die Story an sich läßt schnell nach - für Hardcore-Fans von Clever und Smart eine gelungene Umsetzung, ansonsten nur bedingt empfehlenswert.
(4/10)