Professoren, Ärzte, Forscher, oder auch Priester, - Berufe mit eigentlich gutem Ruf werden gerne herangezogen, um böse Erscheinungen hervorzubringen, was nicht erst seit „Frankenstein“ praktiziert wird. Regisseur und Co-Autor Mark Savage wusste mit dem mordenden Priester allerdings nicht viel anzufangen, wodurch sich nicht selten merkliche Längen einschleichen.
Als Kind mussten die Geschwister Vincent und Michael mit ansehen, wie sich ihr Vater nach einem Raub in den eigenen vier Wänden erschoss. Jahre später ist Vincent Priester und tourt mit Michael im Wohnmobil durch Mississippi, um Menschen die Beichte abzunehmen. Bei Dieben ist er besonders konsequent…
Die Gestaltung des Absolutionsmobils sticht durchaus ins Auge, obgleich die prägnanten Bibelsprüche nicht wirklich sauber auf das Fahrzeug gekleckst wurden. Dem Rest fehlt leider das potenzielle Augenzwinkern, obgleich die eine oder andere Beichte ein wenig skurril anmutet. Vincent offenbart sich früh als selbstgerechter Erlöser, während sein Bruder Michael eher den Ruhepol bestreitet. Leidlich interessanter gestaltet sich die Chose erst, als die Psychopathin Mary zu den Geschwistern stößt.
Denn trotz einiger blutiger Ableben per Messer und angedeuteten Zerstückelungen wiederholen sich diverse Vorgänge, es mangelt an Drive und am Timing, vor allem jedoch an überzeugenden Mimen. Die performen fast auf der Stufe der grottigen Synchro und vermögen die Figuren kaum mit Leben zu füllen. Oder im Gegenteil, denn bei einer Leiche bewegt sich auch schon mal die Unterlippe. Einzig der Score kann kleine positive Akzente setzen, indem er die düstere und zuweilen trostlose Stimmung adäquat untermalt.
Würde die Dreierkonstellation im letzten Drittel nicht eskalieren und einen Twist zutage fördern, könnte man von einem nahezu spannungsfreien Unterfangen sprechen. Erschwerend kommt hinzu, dass der schlichten Inszenierung das niedrige Budget jederzeit anzusehen ist, selbst die handgemachten Gewalteinlagen fallen nicht allzu detailreich aus.
Folgerichtig ein weitgehend lahm aufgezogener Slasher, der trotz mordenden Priesters vergleichsweise harmlos anmutet.
Knapp
4 von 10