Im Höllentempo nach Fort Dobbs (1958, s/w) von Gordon Douglas
Nein, dieser Film ist kein Vertreter des Subgenres "Kavallerie-Western", er ist aber auf jeden Fall ein echter Leckerbissen - nicht nur für Westernfreunde! ;)
...Gewisse Umstände zwingen Garfield Davis (Clint Walker) dazu, schnellstmöglich das Örtchen Largo zu verlassen. Um den Sheriff und sein Gefolge abzuhängen, wählt er den Weg durch offenes Gelände. Hier findet er anfangs einen Toten, der offensichtlich von Indianern ermordet wurde. Mit einer List kann er sich seine Verfolger zunächst vom Hals halten. Auf seiner weiteren Flucht trifft er alsbald auf die hübsche Misses Celia Gray (Virginia Mayo) und ihren Sohn Chad, welche ihren Mann zurückerwartet. Sollte dieser der unbekannte Tote sein, würde sie womöglich glauben, Garfield hätte ihn umgebracht. Doch schon bald ist Gefahr im Anmarsch - mit Gewehren bewaffnete Komantschen! Diese gehören, wie auch die Apachen, zu den Stämmen, die man besser nicht zum Feind haben sollte. Garfield entschließt sich die beiden heil nach Fort Dobbs zu bringen - doch der Weg ist lang und führt mitten durch Komantschengebiet! Aber wären sie dort auch wirklich in Sicherheit? Wie geht es weiter? Kann sich Garfield den Sheriff vom Hals halten? Und was wird aus Garfield und Celia - kommen sie sich emotional näher?
Schade, dass durch die fehlende Farbgebung die prächtigen Landschaftsaufnahmen nicht voll zur Geltung kommen! Das war's aber auch schon mit meiner (negativen) Kritik! :) Auf Folgendes kann sich der Zuschauer freuen:
- Professionelle Kamera- und Regiearbeit, überzeugende schauspielerische Leistung und Spannung von Anfang bis Ende - und das auf hohem Niveau!
- Clint Walker hat mir hier sehr gut gefallen, obwohl er weitgehend ernst bleibt und an einen Einzelgänger erinnert. Ebenso gut war Brian Keith, der den heiteren und kollegialen "Clett" spielt. Aber auch Virginia Mayo hat ihren Job gut gemacht und überzeugt durch ihre glaubwürdige Mimik.
- Die Langeweile hat zu keiner Zeit eine Chance! Ständig passiert etwas, ein Zwischenfall löst den anderen ab. Gekrönt wird das Filmerlebnis noch durch viele Actioneinlagen - insbesondere der Einsatz neuer Repetiergewehre.
- Die mehrfachen Schießereien sind detailliert und gut inszeniert (schön, dass dabei auch viel daneben geschossen wird).
- Die Story ist gut nachvollziehbar und stimmig und obwohl ein menschliches Näherkommen zwischen Mann und Frau wahrscheinlich ist, werden die Zuschauer hier mit Schmalz, Romanze oder einem nervigen Singsang verschont. Alles läuft zügig und zielorientiert ab.
- Tolle und passende akustische Untermalung.
Bravo Gordon Douglas - ein exzellenter US-Western!!!
Auf diesen Regisseur wurde ich übrigens erstmals durch "San Fernando" (1966) aufmerksam. Wie auch bei "Höllenfahrt nach Lordsburg" (1986) handelt es sich hier um ein Remake des John Ford Klassikers "Höllenfahrt nach Santa Fe" (1939, s/w). Wobei Douglas' Version dieser spektakulären Postkutschenfahrt, mit dem atemberaubenden rund 10-minütigen(!) und teils aus Hubschrauberperspektive gefilmten Überfall der Indianer, auch gleichzeitig mein Favorit ist.