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Er, forsch, keinen Widerspruch duldend: "Und Du ziagst da was an!" Sie, bockig, energisch, bestimmt: "NA!!"

Ach, jetzt sei doch nicht so, Josef (Alexander Grill). Wenn deine störrische Nichte, die Claudia (Eva Garden), barbusig rumlaufen will, dann lass sie halt. Erstens können sich ihre Kurven sehen lassen, zweitens gibt's auf der Alm koa Sünd & drittens sieht die süßen Tuttln eh so gut wie niemand, bis auf Onkel Josef & Tante Anna (Sissy Löwinger). Und die paar Dorfleute. Und vielleicht noch Sally (Alena Penz) & Heiner (Alexander Miller), die zwei Spione. Und die ca. 1,2 Millionen Zuschauer (& Zuschauerinnen), die damals in die Kinos gestürmt sind. Und die zig Millionen Connaisseure (& -innen), die sich das UFA-Video ausgeliehen (oder gekauft) oder die sich die Marketing-DVD zugelegt oder die diese Sternstunde des deutschen Humors im TV gesehen haben. Also, wie gesagt... eh so gut wie niemand.

Der Plot hat es in sich. Professor Solo (Walter Feuchtenberg) hat eine Formel gefunden, wie man herkömmlichen Mist in Treibstoff umwandeln kann. Diese Formel, auf Mikrofilm gespeichert, fällt dem Josef in die Hände, der sie gleich in seiner Lederhose versteckt. Hinter dieser Formel sind die bereits erwähnten Spione her, die nichts unversucht lassen, um sie in ihre gierigen Griffel zu bekommen. Als die Lage aussichtslos scheint, meint Sally: "Mir kommen die besten Ideen beim Bumsen... & wenn du nicht so faul wärst, wär’ mir schon längst was eingefallen." Zack. Das hat gesessen. Aber der Heiner, der ist ein Feiner & so gibt er sich redlich Mühe, um Sally beim Nachdenken zu helfen. Geschnackselt wird aber eh viel; öfter wird nur noch dummgelallt & die Kleidung abgelegt.

Deutsches Kulturgut, deftig inszeniert vom fleißigen Edgar-Wallace-Regisseur Franz Josef Gottlieb & geschrieben vom Muschimaus-mag's-grad-heraus-Mastermind Hubert Frank. Bei dieser hochgradig albernen & unverschämt blöden Klamauk-Orgie sollte kein Auge trocken bleiben, da wird jede Situation ver-gag-t & gemolken, bis das letzte Tröpfchen Humor rausgequetscht wurde. Es wird die Gastfreundschaft gepriesen ("Au weh, a Itaker!"), es werden Liebenswürdigkeiten ausgetauscht ("Sie marinierter Hering!"), beim spontanen Griff unter den Rock schnappt eine Mausefalle zu, aus einer Lederhose kommt ein Vögelchen & macht "kikeriki" & all die Klassiker (wie witziges Speed-Up & lustige Geräusche beim Scheitelziehen) fehlen natürlich ebenfalls nicht.

Aber auch die Action kommt nicht zu kurz. Gleich zu Beginn wird eine Karre eine enge Straße hochgejagt, später quält sich eine Motocross-Maschine den Berg rauf, ein Fahrradfahrer reißt einige Sterne, eine Prügelei gibt’s auch & zum Drüberstreuen kommt es zu einer nervenzerrenden Sessellift-Verfolgungsjagd, bei der der Verfolger mit seinem Hosenträger hängen bleibt & eine Extrarunde dreht. Die vorgeführten Brüste sind naturbelassen (der eine Zipfel bestimmt auch), die eingestreuten volkstümlichen Lieder sind versext & ein Saubär spielt mit einem Mädel trotz Gegenwehr "Kasperl in der Schlucht"; anscheinend ist selbst eine Vergewaltigung auf der Alm koa Sünd. In einem Nebenplot mit dabei: Das Dream-Team Rinaldo Talamonti & Erhard 'Bimbo' Weller, der eine abgezwickte 1,59m, der andere hochgeschossene 2,36m. Die Spaßbremsen vom Filmdienst raten natürlich ab. Ich fand die "stumpfsinnige Sexposse" durchaus vergnüglich.

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