Review

Generell sind ja bei mir die 1er- und 2er-Noten bei den alteingesessenen, überwiegend bajuwarischen Fick- und Rammelkomödien der 70er freundlicher Standard, weil einschläferndes Dauergerucke und unglaubliche schlechte Wortspiele und anzügliche Witzchen eben eine maximal einschläfernde Wirkung auf das langsam absterbende Gehirn haben, aber bei „Stoßtrupp Venus“ leg ich freundlich noch ein Pünktchen drauf.

Natürlich gibt es auch hier ermüdendes Gerammel und billige Witzchen galore zu bayrischem Akzent und lustigen Lederhosen, aber immerhin hat man sich hier bemüht, das Trockengevögel wenigstens plottechnisch einzubinden und dem Ganzen trotz Budgetbegrenzungen sogar noch einen fröhlichen SF-Touch zu verleihen.

Deswegen gilt auch hier eher der „Venus“-Titel anstelle von „Ach jodel mir noch einen“ als passend, denn gejodelt wird hier in keiner Szene – und dafür war ich auch sehr dankbar.

Inhaltlich geht es um instellar bedingte unfreiwillige Samenspenden, weil auf der nahen Venus der „Reibstoff“ praktisch ausgegangen ist. Auf Erden soll es ihn jedch in rauhen Mengen geben und deswegen wurde Raumkreuzer 6-6-6 mit fünf heißen Venusierschnecken entsandt, um von den seltsamen Wilden mal ordentlich was davon abzupumpen. Raumschiffe können sie fliegen, die männliche Anatomie (die ja ihrer eigenen nicht unähnlich ist) gibt ihnen aber wie unser TV-Programm schwere Rätsel auf – und so geht das UFO in der verschneiten Landschaft eines bayrischen Bergdörfli nieder, in das die Damen mit stark differierendem Informationsstand ausschwärmen.
Besondere geistige Leistungen sind von den Einwohnern nicht zu erwarten (immerhin haben sie mal wieder Franz Muxenender zum Bürgermeister gemacht), daher werden sie in ihren silberfarbenen Weltraumanzügen und dem Glitzermakeup auch für ein französisches Ski-Team gehalten.

Darüber hinaus hat der Film eigentlich keine großartige Handlung: jede von ihnen gerät an einen oder mehrere Männer, die sich dazu motivieren lassen, den Venus-Damen die Funktion des entsprechenden Hügels (bei sich selbst und in der Hose der Männer) beizubringen. Zwischendurch wird mit irgendwelchen Fahrzeugen (Auto, Motorrad, Schlitten, Heuschlitten) herumgegurkt und die Frau Bürgermeister ist meistens damit beschäftigt, die Behörden zu informieren.

Das alles kann man im MeToo-Zeitalter natürlich gar nicht mehr irgendwo offen rumliegen lassen, denn auch wenn es hier relativ locker und nicht ganz so übergriffig zugeht, wie man das wohl kennt, ist unter dem Strich bei allen Herren doch das Fazit, dass die meisten Probleme oder Zweifel viel lösbarer sind, wenn jemand mal über sie drüber gerutscht ist. Notfalls mit sanfter Gewalt und gegen (natürlich zügig erlahmenden) Widerstand.

Am Ende scheitert natürlich die Mission und die Damen werden – hochkorrekt im Zeitalter der Pille – alle schwanger, um dann fröhliche kleine Antennenträger zur Welt zu bringen. Aber wer hatte daran schon gezweifelt.

Recht niedlich ist das UFO-Design mit seinen charmanten Spermaabsaugpumpen und dass die Leitzentrale Venus stets obenrum ohne ihre Anweisungen erteilt, ist auch eher kurios. Auch ein simpler Beam-Effekt ist mit integriert. Mit den Kostümen (Einteileranzüge, Absatzschuhe) hat man sich recht viel Mühe gegeben, den dezenten Witz der ahnungsarmen Aliens quatschen dann leider die typischen Bauerndeppen mit Gewalt zu Tode.

Insgesamt hat auch dieser Film die Welt nicht bewegt, aber vielleicht musste langsam was Neues her, denn die Novität der blanken Brüste hatte sich 1974 schon mehr als erledigt und das Interesse an den Rammelfilmen ließ in den nächste zwei, drei Jahren doch deutlich nach, wobei der Klamauk immer häufiger gegen ernste Postkartenidyllen und dröge Leidenschaftsplots ausgetauscht wurden.
3/10 – und dringend die zwei Songs vorspulen, davon kriegt man Erektionsstörungen!

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