Gegen Ende der 70er Jahre, nachdem die Reportfilme sämtliche Berufsgruppen und sexuelle Erlebnisse liebeswütiger Schülerinnen und Schüler abgearbeitet hatten und auch in der Krachledernen tote Hose angesagt war, wurden zur Auffrischung des deutschen Sexfilms nicht nur Schwedinnen (DREI SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN), sondern auch ernsthaftere Themen wie Mord und Totschlag im Inselparadies (DIE INSEL DER 1000 FREUDEN) bemüht um frischen Wind in das angestaubte Genre zu blasen. Weder das eine, noch das andere bedient dabei DAS LUSTSCHLOSS IM SPESSART aus dem Jahre 1978, das auch nur die Ortschaft mit dem Spukschloss-Klassiker von 1960 gemeinsam hat, ansonsten jedoch auf den bekannten Pfaden wandelt und eine weniger erquickliche Mischung aus Sex und Klamauk bietet:
Das Schlosshotel Geiersberg im Spessart ist ein beliebter Ausflugsort für Liebespaare und Jungverheiratete, die sich intensiv ihrem Sexleben widmen möchten. Bei Bedarf sorgen dort nicht nur die Wirtin und ihr Hausdiener für Abwechslung, sondern auch diverse Geister, die sich das bunte Treiben nicht entgehen lassen möchten. Und dann gibt es in der Nähe auch noch die Kurstation des Schäfers Astloch, der sich mit seinen beiden Gehilfen intensiv um das leibliche Wohl seiner Patientinnen kümmert...
Was sich nach der altbekannten Rezeptur erfolgreicher Lustspiele vor alpenländischer Kulisse anhört, entpuppt sich gleich in den ersten Minuten als fader Schwank mit gelegentlichen amourösen Verwicklungen, die jegliche Schärfe der Tiroler Lederhosen vermissen lassen. Vielmehr noch: Der rustikale Humor erinnert an die Klamottenkiste und ist dabei teilweise so flach, wie die Brüste mancher Darstellerin. Hin und wieder verliert sich der Film, geschrieben und inszeniert von VIKTOR STUCK, in zotigen Zweideutigkeiten - doch die Trefferquote wirklich gelungener Gags bleibt deutlich unter dem Durchschnitt. Auf diesem Niveau bewegt sich dann auch der Rest des Films, der teilweise so zäh und langweilig ist, dass man sich ein schnelles Ende dieser unbefriedigenden Klamauk-Revue herbeisehnt. Kein potenter Unterhaltungs-Hit, der den Zuschauer kaum bei der Stange halten kann.