Wenn die zweite Runde eines Überraschungshits erst nach zehn Jahren eingeläutet wird, ist etwas gewaltig schief gelaufen. Einerseits sollte eine Serie in Produktion gehen, die jedoch nach einem verpatzten Piloten erst gar nicht startete und andererseits ist das Genrepublikum weitgehend übersättigt, was lebende Untote betrifft. Umso erfreulicher, dass es Regisseur Ruben Fleischer erneut gelang, das Quartett von 2009 in den Fokus zu rücken.
Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg), Wichtita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin) hat es innerhalb der Zombie-Apokalypse nach Washington ins Weiße Haus gezogen. Doch als Little Rock mit einem Hippie durchbrennt, gerät der Rest des Trupps zunehmend in Sorge und folgt ihren Spuren, während sich unter den Zombies eine gefährliche Mutation herauskristallisiert…
Den ersten Gag zu zünden, während noch das Logo der Columbia Pictures eingeblendet ist, verspricht einen hohen Spaßfaktor. Jedoch lebt der Stoff im Verlauf eher vom Zusammenspiel der Figuren, deren Kreis um das Klischee einer Blondine (Zoey Deutch) und der toughen Nevada (Rosario Dawson) mit brauchbaren Nebenfiguren erweitert wird. Während Columbus und Little Rock ein wenig untergehen, steht Tallahassee meistens im Vordergrund, wodurch Harrelson seine ebenfalls gut aufgelegten Mitstreiter in nahezu jeder Szene an die Wand spielt.
Storytechnisch liefert die späte Fortsetzung derweil kaum Innovationen. Innerhalb eines Road Trips werden Stationen kapitelartig abgeklappert, während charmante Eigenheiten, wie das Einblenden von Regeln und die Rubrik „Zombie Kill of the Year“ für Abwechslung sorgen.
Aus den T-800, den beinahen unkaputtbaren Zombies wird jedoch zu wenig herausgeholt. Zwischenzeitlich mangelt es deutlich an Konfrontationen und erst gegen Finale wird mit einem Monster Truck ein wenig Gemetzel veranstaltet. Diesbezüglich stoßen die CGI einige Male etwas negativ auf, denn selbst bei einigen Kopfschüssen spritzt das Blut etwas zu klobig.
Dennoch ist die Ausstattung der Szenerien durchaus gelungen, wie etwa das Pazifisten-Camp Babylon oder eine Elvis-Gedenkstätte, die deutlich an Graceland erinnert. Auch die Zombies sind ordentlich gestaltet, wobei der Homer für witzige Einzelmomente sorgt.
Der Score fällt derweil nicht wirklich auf, eher bleibt ein Anstimmen von „Hound Dog“ durch Harrelson ein wenig hängen.
Der Spaßfaktor ist also noch gegeben, etwas Kultiges sucht man allerdings vergebens, zumal ein hinterher geschobener Bill Murray nicht mehr viel auszurichten vermag. Dank des flotten Erzählflusses und dem tollen Zusammenspiel der durchweg überzeugenden Mimen eine dem Genre gemäß hirnlose Unterhaltung, die jedoch nicht ansatzweise so erfrischt wie seinerzeit der Erstling.
Knapp
7 von 10