Noch immer kämpfen sich Tallahassee, Columbus, Wichita und Little Rock durch die von Zombies verseuchten USA. Nachdem es sich das Quartett im Weißen Haus bequem gemacht hat, findet man sich unversehens mit neuer Begleitung auf einem Roadtrip wieder, denn Little Rock ist mit einem Hippie durchgebrannt und der Rest macht sich auf die Suche.
Und so geht es nach kurzer Einführung und Sesshaftwerdung wieder auf die Straße, zuvor bekommt man jedoch erst wieder einen stilisierten Vorspann, wieder zu einem Song von Metallica. Und so geil „Master of Puppets“ auch ist (immer noch ihr bestes Album, Anm. d. Red.), der flotte Song beißt sich mit den Zeitlupen. Das hat der Vorgänger, wie die Fortsetzung inszeniert von Ruben Fleischer, effektiver hinbekommen.
Ist man erst einmal auf der Straße, bekommt „Double Tap“ aber einen anständigen Fluss und wechselt zwischen Action und Humor hin und her. Wobei die veränderte Figurenkonstellation hierbei hilfreich ist, denn Little Rock (Abigail Breslin) ist einfach kein sonderlich interessanter Charakter und wird auch entsprechend von Breslin verkörpert. Daher fungiert sie hier nur als Anker in der Geschichte, der den Rest wieder auf Tour bringt. Da hat man mit dem Trio Tallahassee (Woody Harrelson), Columbus (Jesse Eisenberg) und Wichita (Emma Stone) mehr Spaß, alle drei agieren such wieder spielfreudig. Die dysfunktionale Familie funktioniert. Neuzugang Madison (Zoey Deutch) schafft etwas, was nicht oft klappt. Sie ist nervig und dennoch für viele Lacher gut, ein Glückstreffer ebenso wie Nevada (Rosario Dawson), mit der man eine weitere robuste Dame am Start hat.
„Double Tap“ ist insgesamt sogar spaßiger als der Erstling, bedient sich mancher schon bekannter Versatzstücke (Regelwerk) und baut diese um oder aus, was in famose Szenen wie den Doppelgängern mündet. Dazu spielt man etwas mehr mit den Beziehungen der Figuren untereinander, was sich aber nicht in den Vordergrund drängelt, sondern hier und da eingewoben wird. Der dazu wiederholt präsente Sarkasmus ist immer wieder für einen Lacher gut. Ansonsten ist das wie in Teil eins eine Fahrt über mehrere Etappen, die sich weniger um eine stringente Geschichte bemüht, dafür in ihren Einzelteilen aber eben abliefert. Und mündet das auch in ein wenig einfallsreiches Finale, so ist genug Witz dabei, Action gibt es hier und da auch und es suppt das (leider zu viel CGI-)Blut. Manche Anspielung an Kollegen wie „The Walking Dead“ runden das Ganze dann ab.
Horror findet man hier nicht, spannend ist das auch nur bedingt, eine Charakterentwicklung findet kaum statt und das Worldbuilding ist recht lückenhaft. Der Spaßfaktor steht merklich im Vordergrund und diesem Prinzip muss sich alles unterordnen. Wenn das Ergebnis allerdings so unterhaltsam daherkommt, kann man den Machern dies durchaus verzeihen. Ebenso, dass die Fortsetzung die Formel des Erstlings gnadenlos kopiert.
“You have a lot of choices when it comes to zombie entertainment and we appreciate you picking us.“
„Double Tap“ ist einer der seltenen Fälle, bei denen die Fortsetzung mit dem Erstling mindestens gleichauf, wenn nicht sogar besser ist. Das beginnt mit der Statue von Columbia Pictures und endet mit der Sequenz eines Promis im Abspann, der nicht ganz unbekannt in dem Szenario ist. Ein spielfreudiges Ensemble, viel Kurzweil, ein gutes Tempo, Witz und das Einweben von bekannten Bausteinen des Vorgängers machen den Streifen trotz seiner erzählerischen Inhaltslosigkeit zu einem unterhaltsamen Spaß.