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Spätestens seit John Carpenter bietet das Volksfest irischer Herkunft immer wieder Anlass, angemessen düstere Filme hervorzubringen, die eben an Halloween spielen. Autor und Regisseur Joseph Mazzaferro, der mit „Anne – Der Fluch der Puppen“ den bis dato miesesten Horrorpuppenfilm ever kreierte, fällt erneut nicht viel mehr ein, als eine alte Schachtel unsinnige Fisimatenten veranstalten zu lassen.

In der Gegend heißt es, Aunt Ethel würde an Halloween Kinder gefangen nehmen und ihre Körper zu eingelegter Schokolade verarbeiten. In diesem Jahr wollen die Schüler Mandy, Melissa und Mark herausfinden, was es mit den Gerüchten auf sich hat…

Die Exposition, in der ein junges Paar im Auto in Streit gerät, zieht sich zwar ein wenig, doch der an die 80er angelehnte Score und schürt zumindest ein wenig Atmosphäre innerhalb der nächtlichen Abgeschiedenheit. Mit Einführung der nicht mehr ganz so jungen Schüler geht es danach steil bergab, wobei mit dem Auftreten von Tante Ethel der Bodensatz erreicht ist.
Die vogelige Alte trägt eine schlecht sitzende Perücke und führt ausladende Selbstgespräche, während sie in irgendwelchen kulinarischen Ergüssen herumfingert. Das zieht sich über Minuten und ödet noch nicht einmal an, - es nervt regelrecht.

Dazwischen tummeln sich uninteressante Figuren, die sich fast ausschließlich durch sexuelle Handlungen definieren. Entweder jemand kloppt sich einen beim Spannen, andere oetkern beiläufig oder die Kamera wohnt den Damen beim Umziehen bei. Figurenzeichnungen fallen weg, selbst die vermeintliche Heldin Melissa bleibt komplett austauschbar.

Die schlichte Inszenierung mit magerer Ausstattung zeichnet sich ebenfalls bei den wenigen Gewalteinlagen ab. Direkte Konfrontationen gibt es zu keiner Zeit, entsprechend erhält man nur fertige Ergebnisse wie eine Axt im Rücken oder eine durchtrennte Kehle. Und löffelt die Alte einen Augapfel heraus, stochert sie im verdeckten Halbdunkel herum, um kurz darauf ein lieblos gestaltetes Plastikimitat hervorzuholen.

Witzig sind die Albernheiten zu keiner Zeit, zumal es weder Situationskomik noch anders geartete Pointen gibt. Zwar sind die Mimen durch die Bank schwach, aber nicht schlecht genug, um den Trashfaktor anzukurbeln. Das Unterfangen bleibt witzlos, jedoch auch einfallslos. Denn nach 68 Minuten beginnt bereits der Abspann, der von einem peinlichen Musikvideo mit Tante Ethel und Begleitung unterbrochen wird.
Wenn selbst ein paar nachgeschobene Outtakes kaum mehr als ein müdes Schmunzeln entlocken, ist der Zug endgültig abgefahren.
2 von 10

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