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Wie eine Mischung aus „Charlie und die Schokoladenfabrik“ und „Breakfast Club“ kommt der familientaugliche Streifen von TV-Regisseur Sean Olsen daher, welcher anfangs noch die Pfade eines „Escape Room“ beschreitet, dann jedoch zunehmend in Teenager-Gefilde übergeht.

Der junge High-Tech-Spezialist und Milliardär Atticus hat fünf Schüler aus seiner ehemaligen Schule in Bentonville, Arkansas ausgewählt, um Rätsel in seinem Anwesen lösen zu lassen. Wem dies am besten gelingt, gewinnt jene Villa. Doch der Überwachungscomputer Sarah scheint mit der Zeit ein gefährliches Eigenleben zu entwickeln…

Die fünf Teens bestehen aus Stereotypen, die kaum einfältiger gezeichnet sein könnten: Hauptfigur Max ist eine Außenseiterin und Computerspezialistin, ihr Love Interest Connor möchte eigentlich Musiker sein, gibt aber dem allgemeinen Druck der Eltern nach, Benny ist ein Gamer und bekommt nur wenig von der Außenwelt mit, während Aiden der Troublemaker und Sophie die selbstverliebte Social Media Tussi ist. Der Initiator ist derweil nur als Hologramm zu sehen und interessant ist allenfalls ein Roboter in Mittelalterrüstung und Schwert, der als Sir Mordred nur anfangs und gegen Ende eine Rolle spielt.

Wer nun Thrill oder gar Horror erwartet, dürfte nicht zuletzt angesichts der FSK12 rasch Ernüchterung erfahren. Zumal bereits das erste Rätsel mit einigen Logiklöchern behaftet ist, als ein sechsstelliger Code durch die jeweilige Menge an Süßigkeiten geknackt werden soll, - die Reihenfolge der entsprechenden Behälter scheint egal zu sein, wodurch die Lösung ebenfalls willkürlich erscheint. Alsdann hat es sich auch mit den Rätseln, als die Gruppe getrennt wird und jedes Individuum mit den persönlichen Dämonen konfrontiert wird.

Hier wird zumindest auf optischer Ebene vieles richtig gemacht, obgleich mit vergleichsweise schlichten Mitteln gearbeitet wird. Einige Effekte wie virtuelle Spiegelbilder oder eine Schlüsselsituation in Zeitschleife sind grundsolide umgesetzt, während das Interieur der Villa eher unspektakulär bleibt. Auch beim Timing und der Kontinuität gibt es Probleme, denn die jeweiligen Schicksale der Figuren werden zunächst nur angerissen, doch während Person B bis E reihum im Fokus stehen, rückt Person A immer mehr in den Hintergrund. Da hätte man etwas mehr auf die Tube drücken müssen.

Wirklich spannend gerät das Treiben selbst zum Finale nicht, zumal die teils naiven Lösungsansätze oft völlig aus der Luft gegriffen sind und bei Problemen wie häusliche Gewalt eher bedenklich anmuten. Fast noch schlimmer sind jedoch die Ergänzungstexte zur jeweiligen Figur am Ende, die schlicht weltfremd und unrealistisch rüberkommen, was den Gesamteindruck noch einmal deutlich nach unten zieht.

Passable Ansätze wie brauchbare Mimen und eine ordentliche Optik sind durchaus vorhanden, doch die anfangs tauglich klingende Prämisse schlägt Pfade ein, die das Spiel um persönliche Probleme in eine falsche Richtung lenkt, was trotz Virtual Reality weitgehend eindimensional abläuft und final recht zweifelhafte Botschaften vermittelt.
4 von 10

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