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Was wie ein typischer Satz aus einem Sketch von Loriot klingt, entpuppt sich als Drama mit komödiantischen Ansätzen. Regisseur und Hauptdarsteller Yvan Attal punktet zuweilen mit zynischen Kommentaren über ein kaum harmonisches Familienleben, doch viel zu erzählen hat er unterm Strich nicht.

Schriftsteller Henri (Attal) ist seit 25 Jahren mit Cécile (Charlotte Gainsbourg) verheiratet. In ihrem komfortablen Haus in Strandnähe leben ihre vier erwachsenen Kinder, was Henri als Grund für seine jahrelange Schreibblockade ansieht. Eines Abends nistet sich ein großer grauer Hund im Haus ein, den Henri, im Gegensatz zu allen anderen behalten will…

Der Hund, ein Neapolitanischer Mastiff, spielt eine eher untergeordnete Rolle, auch wenn sein faltiges Antlitz auf dem Cover prangt. Anfangs sorgt das Tier für einige Situationskomik, da es sich mit Vorliebe an männlichen Mitmenschen reibt und auch mal gezielt ans Auto uriniert.
Im Verlauf ist er jedoch nur noch anwesend. Dennoch ein großes Lob an die Dressur, denn ein 70 Kilo schweres Vieh anzuleiten, dass hierzulande auf der Liste problematischer Hunderassen geführt ist, verdient definitiv Respekt.

Die Geschichte ist in sieben Kapitel unterteilt, die Titel wie „Die Familie“, „Sonntagsessen“ oder „Der Schriftsteller“ tragen, während Henri phasenweise im Off philosophiert, warum seine Zöglinge die einst so erfolgreich gestartete Karriere als Autor blockieren. Der faule und egozentrische Henri ist eigentlich kein Sympathieträger, doch im Umgang mit seinen Kindern findet er oft die passenden Worte, die manchmal recht makaber anmuten.

Im Verlauf wird der Grundton immer ein Stück melancholischer, eine gewisse Leere wirkt phasenweise ein wenig bedrückend, was der Score, primär bestehend aus Piano, Bass und Klarinette deutlich verstärkt. Dass Attal und Gainsbourg auch im wahren Leben verheiratet sind, macht sich indes positiv bemerkbar, zumal man dem Paar jede emotionale Regung abnimmt und die Chemie schlicht stimmt. Ein wenig lustig wird es allerdings erst, als sich die beiden einen Joint teilen und über Vergangenes sinnieren, um sich im Anschluss darüber lustig zu machen, was wohl aus ihrem Enkelkind wird, dessen Mutter eine Stripperin ist.

Von solchen Einlagen hätte es mehr gebraucht, um davon abzulenken, wie belanglos die Chose über weite Teile vor sich hin plätschert. Insofern sollte man keine astreine Komödie erwarten. Vielmehr ist es ein existenzielles Drama, dem es an Biss mangelt und das hauptsächlich von einigen charmanten Situationen beisammen gehalten wird.
5,5 von 10

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