René Weller - "Der schöne René", tatsächlich eine meiner frühesten Jugenderinnerungen...
Flachgedroschene Boxerfresse mit Oberlippenbärtchen, Blumenkohlohren und alles.Wie eine Fistelstimme mit schwäbisch/badischem Grenzgebietsdialekt in verrauchten Talkshows der glorreichen 80er Jahre erklärt, wie die Rolle der Frau in this day and age aufgebaut zu sein hat und auch sonst der Hammer hängt.
Der Hoch-Haar Alptraum in schultergepolstertem Kunstleder.
Klassisch, die im Stil der Karikatur eines Gockels auf dem sprichwörtlichen Misthaufen geschnittenen Pilotenjacke der Eigenmarke ReWell, seinerzeit gerne von Helden des Geschäfts wie Ebby Thust getragen, dient heute eigentlich nur noch Zuhältern aus jugoslawischen Teilrepubliken als Kugelfang bei nächtlichen Shootouts in bedeutenden Rotlichtmetropolen wie Kassel oder gleich Kahl am Main.
Vor drei Jahren fand ich heraus, daß ReWell, wie wir ihn von hier an nun nennen wollen, um 1985 herum einen Film gedreht hat! Freilich könnte man erwarten, daß sich der einzige filmische Gehversuch eines Charakters wie des oben erwähnten in aggressiven Selbstdarstellungsattacken bis hin zum Ansiedeln des Sujets im Milieu, in welchem auch das echte Leben stattfindet, ergeht. Genau so ist es auch.
Boxweltmeister Dany Wagner prollt, prügelt und poppt sich durch die Szene der Reichsstadt Nürnberg, die sich, betrachtet man sich das permanente Abfilmen lokaler Tourismusziele offenkundig auch an den Produktionskosten beteiligt hat.
Der spätere Box-Event-Bodyguard Peter Althoff, mit der Synchronstimme von John Goodman, gibt den hacht aber hächzlichen Karategott, der zusammen mit Meister ReWell Armeen von drogensüchtigen Randelementen zusammenfaltet und somit niemand geringerem als Bea Fiedler den gebräunten Popo rettet.
In einer groben Achtziger-Disse wird dann auch noch zusammen mit dem echten Captain Hollywood getanzt - und ich meine getanzt!
Mit großer Genugtuung konnte ich vor kurzem feststellen, daß ReWell nach Verbüßung der Haftstrafe für ein Drogendelikt Anschluß in die religiöse Vereinigung jener Halbprominenten gefunden hat, die für PRO7 auf der Reality-Alm unter Anderem in Kuhkacke wühlen dürfen. Willkommen zu Hause, King of the Ring!