Review

Inhalt:

China zur Zeit der Ming-Dynastie. Der "Tempel des roten Lotus" ist nur augenscheinlich ein religiöses Kloster. Die "Mönche" um die "Äbte" Yan Zong (Wong Ching-Ho) und Zhang Yuan (Lee Wan-Chung) sind verbrecherisch..., erpressen Schutzgeld und entführen junge Mädchen.
Gegen diesen "Tempel" und seine Machenschaften kämpft der Jin-Clan um Dragon Jin (Tien Feng).

Einer der Schutzgeld-Transporte der "Red Lotus"-Leute ist als Treck getarnt.., wird jedoch von den Jin-Männern überfallen. Nur einer der als Wachen getarnten "Mönche", Zhi Yuan (Chen Hung-Lieh), überlebt, und kann den "Red Lotus-Tempel" erreichen. 
In diesen Kampf wurde auch der junge Wu Gui (Jimmy Wang Yu) hineingezogen. 
Er wird verletzt, doch von der ominösen "Red Lady" (Ivy Ling Po) gerettet.

Wu Gui, der zu seiner Schwester und seine Familie rächen will, erreicht den Jin-Clan.
Er ist der Tochter des Clan-Chefs, der reizenden Jin Lian Zhu (Chin Ping) von Kindesbeinen an versprochen. Doch sperrt sich Dragon Jin zunächst gegen eine Hochzeit.
Schließlich wird doch geheiratet.., doch das Paar will eigene Wege gehen, Wu Gui will seine Familie rächen. Unterdessen wird der Clan immer wieder von den "Red Lotus"-Leuten überfallen, da diese das Geld des Transports wieder erlangen wollen.

Als die Jin-Männer außer Haus sind, da sie das Schutzgeld Captain Li (Hao Li-Jen) übergeben wollen, türmt das junge Paar. Nur die Frauen des Clans (u.a. Li Ming, Lin Jing) stellen sich dem entgegen.., lassen das Paar aber genauso ziehen, wie später der dem Clan nahe stehende Du Zhuang (Lo Lieh).

Schließlich gelangen Wu Gui und Jin Lian Zhu in die Residenz des "Red Lotus-Abts" Zhang Yuan.
Es kommt zum Kampf.., in den schließlich auch die "Red Lady" eingreift.........


Fazit:

Die Klassiker des Eastern-Genres.., sie möchte ich zum Abschluss meiner Arbeiten auf dieser website, noch gerne hier besprechen.
Und "Temple of the Red Lotus" aus dem Jahre 1965 ist ohne Zweifel ein Klassiker dieses Genres. Er gilt als der erste Eastern der Studios der Shaw Brothers.., gleichwohl ein Film der zwischen Action-Streifen und klassischem, chinesischem Melodram mit Herzschmerz hängt. Natürlich ein Pionier irgendwie, somit noch nicht perfekt, und mit dem Drive späterer Swordplay- und KungFu-Actioner natürlich nicht zu vergleichen ist. 

So muss man diesen von Regisseur Hsu Tseng-Hung für die Shaw Brothers umgesetzten Film aus seiner Zeit heraus betrachten.
Und natürlich mit ins Kalkül ziehen, dass es der erste Swordplay-Eastern jenes Studios war.., das zuvor fast nur Mandarin-Dramen, Schnulzen und reine Kostümfilme produzierte.
Hier sirren erstmals so richtig die Schwerter, und floss das berühmte Shaw-Blut. Zwei Jahre später verfeinerte ja Shaw´s Kult-Regisseur Chang Cheh ja noch dies alles mit dem ersten Bloodshed-Eastern "The one-armed swordsman"("Das goldene Schwert des Königstigers", siehe mein Review auf dieser website).

Hsu Tseng-Hung bemüht sich, einen flüssigen Handlungsablauf zu schaffen.., die Kulissen sind edel, das berühmte, gepflegte Shaw-Interieur, und der Film ist denn doch relativ handlungslastig.., die Action ist hier "nur" die Untermalung, noch nicht die Hauptsache.
So sind denn auch einige Längen wohl unvermeidlich, manches -zumal bei den diversen "Verabschiedungen" des Paares Wang Yu/Chin Ping von den Jin-Damen- gar etwas sehr schwulstig geraten. Aber.., man muss wohl auch hier dem Streifen dessen Baujahr zu Gute halten.
Aus dem Drama-Käfig kam denn "Temple of the Red Lotus" noch nicht ganz heraus.

Ein für das Baujahr ´65 rasant geratener, blutiger Show-Down kann für manche Länge zuvor gar entschädigen, die Shaw-Atmosphäre sorgt für angenehme Schau-Effekte, Außenaufnahmen mit reizvollen Landschaften, bemühte Darstellungen, und dass die Geräuschkulisse für die Fights wohl später noch aufgemotzt wurde.., sorgen insgesamt für die ganz passable Unterhaltung des Betrachters.
Das Ende des Films wirkt so, als ob da noch eine Fortsetzung zwangsläufig kommen muss, die Sache noch weitergehen muss. 
Das war wohl auch so geplant, dieses Ende so zu gestalten.., denn im selben Jahr erschien denn noch diese Fortsetzung..: "The twin swords", in ähnlicher Besetzung.

Wang Yu ist hier noch nicht die ruppige Kampf-Sau, agiert denn sogar eher charakterlich labil wirkend. Aber bei den Fights deutet er schon an, was er später zu wahrer Meisterschaft führte.
Tien Feng ist der Clan-Vater, natürlich ist er für sowas die 1. Wahl.
Lo Lieh geht unter, und die Damen bestimmen weitestgehend noch die Szenerie.., das wurde erst mit den Eastern von Chang Cheh anders.
Chin Ping agiert als Partnerin Wang Yu´s genauso labil.., und dass sie fighten kann wie im Show-Down ist denn reichlich überraschend.
Ivy Ling Po ist als "Red Lady" denn eher Gast-Star dieser Produktion. Li Ming markiert die resolute Clan-Mutter. Lin Jing, Ng Wai, Liu Liang-Hua und viele andere runden das dominierende Damen-Ensemble ab.

Man muss "Temple of the Red Lotus" aus seiner Zeit heraus betrachten, als Pionier-Streifen, als ersten Swordplay-Eastern der Shaw Brothers, als Klassiker, bei dem noch nicht alles perfekt sein konnte.
Da sollte man als Betrachter differenzieren.., und der Streifen ist denn wohl auch nur etwas für eingefleischte Fans der Shaw Brothers.
Insgesamt fühlte ich mich noch passabel unterhalten.., und so reicht es noch für sehr knappe 6/10 Punkte in meiner Bewertung.

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