Mit Horrorlegenden wird gerne ein wenig Etikettenschwindel betrieben, um auch wirklich die entsprechende Zielgruppe zu erreichen. Denn Blutsauger kommen hier rein gar nicht vor, während Dracula lediglich als Aufhänger einer vermeintlichen Touristenattraktion dient.
Immerhin, ein eher rarer Beitrag aus Slowenien und das zweite Werk von Regisseur Tomaz Gorkic, den es nach seinem Debüt komplett in den Indiependentbereich verschlagen hat.
Drei Tunichtgute um Marjan wittern das schnelle Geld, indem sie Touristen das Blaue vom Himmel, oder besser, das Schwarze der Hölle versprechen: Eine Besichtigung des Anwesens Valburga, in dem einst der blutrünstige Neffe des Grafen Dracula gehaust haben soll.
Doch nicht lange nach Beginn der Führung wird einer der Besucher blutig niedergemetzelt…
Der Streifen ist als Horrorkomödie konzipiert und funktioniert immerhin auf der Ebene, sich gnadenlos über Klischees europäischer Touristen herzumachen. So will ein Russe mit seinen beiden Häschen „retroromantischen Analsex“ filmen, während Grufties aus Skandinavien ihr eigenes düsteres Ding drehen wollen. Ein deutsches Paar ist derweil ausschließlich mit dem Vertilgen von Dosenbier beschäftigt und man wundert sich, wie viel davon in eine Damenhandtasche passt.
Der Rest ist allerdings nicht sonderlich witzig, noch in irgendeiner Form inspiriert ausgefallen. Allein die Exposition in einer Kneipe mit dem Pläneschmieden verschlingt satte 20 Minuten, was locker in fünf Minuten gepasst hätte. Einen Sympathieträger sucht man vergebens und so darf der Schlächter in Form eines maskierten Nazizombies relativ üppig zuschlagen. Zwar spielen sich einige Bluttaten im Off ab und es sind nur einige Blutspritzer auszumachen, doch anderweitig fallen die handgemachten Effekte zuweilen etwas derber aus.
Gerne wird mit einem Kreissägeblatt hantiert, was auch mal einen Schädel spalten kann, jemand verliert einen Unterschenkel, es gibt einen Nagel durch den Hals und einen Speer durch die Brust, während ein anderes Opfer mit zahlreichen Schlägen und Hieben malträtiert wird. Mithilfe des soliden Make-ups erhalten Splatterfreunde einige durchaus gelungene Einlagen.
Ansonsten spult der Slasher gängige Genremotive ab und überrascht nur selten, - etwa mit der allerletzten Einstellung oder einem Geheimnis im Keller. Das Tempo wird nach dem ersten Ableben konstant flott gehalten und das Overacting einiger Mimen erscheint definitiv angemessen und fügt sich den überzeichneten Stereotypen. Dennoch kitzelt die Chose kaum mehr als eine Handvoll halbgarer Schmunzler heraus und aufgrund geringem Konfrontationspotenzials hält sich das Mitfiebern deutlich in Grenzen.
5,5 von 10