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Mit der Titelrolle in der Serie „Malcolm mittendrin“ avancierte Frankie Muniz in den frühen 2000er Jahren zum Star. Diverse Gehirnerschütterungen und zwei Schlaganfälle sorgten für einen zeitweiligen Gedächtnisverlust, an die Zeit von Malcolm konnte er sich nur bruchstückhaft erinnern. Umso erfreulicher, Muniz in einem eher düsteren Film zu erleben, der irgendwo zwischen Paranoia und okkulten Verschwörungen pendelt.

Einzelgänger Jonathan (Muniz) arbeitet in einem kleinen Gemischtwarenladen und will endlich mal wieder ein Date haben. Kurzerhand ruft er bei einer Sexhotline an und trifft wenig später Dena, mit der er ungeschützten Geschlechtsverkehr hat. Am nächsten Morgen wacht Jonathan allein, jedoch mit einem mächtigen Hautausschlag auf, woraufhin ihm sein Arzt rät, seine Sexpartnerin ausfindig zu machen. Dena ist allerdings nirgends zu finden, doch nach Hinweisen eines Mediums könnte das Böse in Jonathan eingedrungen sein…

Der Stoff folgt der Regel, dass Außenseiter rasch Sympathien auf sich ziehen, was auch hier gelingt. Zwar werden Konflikte mit den Eltern oder dem Kumpel und Arbeitgeber nur angedeutet, doch in prekärer Situation niemandem vertrauen zu können, zieht definitiv Interesse auf sich. Zumal im Verlauf auch Polizei und Psychologen involviert sind und vieles darauf hindeutet, dass Jonathan einem zunehmendem Wahn anheim fällt. Auf der anderen Seite lassen sich unter seiner Haut die titelgebenden schwarzen Stricke finden, die deutlich auf eine Infektion dämonischen Ursprungs hindeuten könnten.

Untermauert wird der Umstand der Unklarheit durch die etwas eigenwillige Optik. Bewusste Unschärfe als Stilmittel ist zwar zuweilen ein wenig anstrengend, doch es unterstreicht die Zweifel an Jonathans psychischem Zustand, wobei die Kamera ansonsten sauber arbeitet.
Was hingegen ein wenig zu kurz kommt, ist die Annäherung des Bösen, welches außer den Stricken kein wirkliches Profil erhält. Zwar entpuppen sich die Bewohner eines Hauses, einschließlich eines schwarz gekleideten Mannes mit Hut als ein wenig unheimlich, doch die Bedrohung erhält kein Gesicht, wodurch etwaige Konfrontationen zu kurz kommen.

Schockmomente halten sich ebenfalls in Grenzen, was hinsichtlich der FSK16 nur selten mit Blutvergießen einhergeht. Hier und da wabert mal eine schwarze Masse an den Wänden und es gibt etwas Body Horror, was auf handgemachter Ebene zumindest zu überzeugen vermag.
Auch eine Erscheinung, die zum Finale ins Spiel gebracht wird, ist recht sauber gestaltet.

Muniz trägt indes nahezu die komplette Geschichte auf seinen Schultern, was ihm durchaus gelingt. Den Kampf in auswegslosen Situationen, gepaart mit Angst und leichten Hysteriezuständen nimmt man ihm ebenso ab, wie Momente mit vermeintlichen Wahnvorstellungen, wodurch bis zum finalen Akt nicht ganz ersichtlich wird, wie viel Realität die Hauptfigur noch umgeben mag.

Dennoch gewinnt die Geschichte keinen Innovationspreis, sie besteht aus zahlreichen Versatzstücken, die teils an „Rosemaries Baby“, aber auch „Der Fluch“ von Stephen King erinnern. Spannung kommt dabei nur bedingt auf und auch auf atmosphärischer Ebene ist nicht viel mitzunehmen. Von daher sehbarer Durchschnitt ohne markante Eigenheiten, da dem Stoff spätestens ab dem Mittelteil die zündenden Ideen fehlen.
5,5 von 10

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