Review

John Carpenter trat seinerzeit einiges los, als Michael Myers an Halloween unsanft einige Leben auslöschte und einfach nicht totzukriegen war. Seither erscheinen jedes Jahr, etwa ab Mitte Oktober einige Streifen, die diesem Vorbild folgen. „Trick“ wurde vom deutschen Verleih zu lange unter Verschluss gehalten, wodurch er folgerichtig einige Wochen zu spät herauskam.

Benton, New York, Halloween 2015: Während einer Kostümfeier läuft Schüler Patrick, genannt Trick Amok und tötet einige Teenager. Er wird überwältigt und im Hospital während eines Fluchtversuchs von Det. Denver (Omar Epps) tödlich getroffen. Tricks Leiche wird allerdings nie gefunden und so ereignen sich in den darauf folgenden Jahren an Halloween Massaker rund um New York. Denver ist sich sicher, dass Trick übermenschliche Kräfte besitzt…

Nach weniger als einer Viertelstunde ist der Bodycount bereits ungewöhnlich hoch, denn nach seiner Verhaftung mordet sich der Titelgebende weiter munter durch die Belegschaft im Krankenhaus, bevor er von Kugeln getroffen rund sieben Meter tief auf den Asphalt knallt und dies eigentlich nicht überleben dürfte. Stellt sich ergo die Frage, ob es sich um einen Fluch handelt, ob Trick übermenschliche Fähigkeiten besitzt oder sich das Böse gar personifizieren konnte. Ein Stück weit geht der Stoff zu einem Cop-Thriller über, denn auch einige Gesetzeshüter werden von dem Maskierten nicht verschont, bevor es an Halloween 2019 zum Showdown kommt.

Für eine entsprechende Dynamik sorgen einige Schauplatzwechsel mit ordentlich ausgestatten Sets wie Hafenanlage, Bar, Hospital, Kino oder Horrorlabyrinth, während sich ein angemessener Halloween-Spirit breit macht. Minimale Längen entstehen durch eher unwichtige Begebenheiten rund um einige Nebenfiguren und auch das eine oder andere Gespräch zwischen den Cops hätte man etwas straffen können.

Auf der anderen Seite sorgt der Tunichtgut in regelmäßigen Abständen für kleine Versteckspielchen, da er den Ermittlern stets einen Schritt voraus scheint, was im Gefüge ein wenig an große Vorbilder wie „Scream“ angelehnt ist. Die teils recht blutigen Taten implizieren abgetrennte Finger, eine Enthauptung, einen zertrümmerten Körper und zahlreiche Messerstiche, was in nur ein, zwei Szenen per CGI visualisiert wurde und ansonsten einen soliden Eindruck macht.

Ohne Twist kommt so ein klassisch gehaltener Slasher eigentlich nicht aus und so folgt in den letzten Minuten tatsächlich noch eine Wendung, welche sogar einigermaßen originell erscheint und eine Fortsetzung mit sich bringen könnte. Vereinzelte Plot Holes bleiben genrebedingt nicht aus, was im Zuge der weitgehend flotten Erzählung mit überwiegend passablen Mimen zu verschmerzen ist.
„Trick“ fehlt zwar das Zeug zum Klassiker, doch wer lediglich auf einen schnörkellosen Slasher der alten Schule aus ist, erhält einen runden Genrebeitrag mit ordentlichem Unterhaltungswert.
6,5 von 10

Details
Ähnliche Filme