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Glenn Danzig (Misfits, Danzig) hat mit dieser Low-Budget-Horror-Anthologie eine Hommage an das Exploitationkino der 70er und 80er Jahre abgeliefert. Die Einflüsse sind vielfältig und vereinen Elemente aus Giallo, Eurohorror sowie dem sleazigen Exploitationstil von Jess Franco und Jean Rollin. Der Film setzt auf eine surreale, albtraumhafte Atmosphäre, trashige Ästhetik und sexuell aufgeladene Gewaltdarstellung. Dabei bleibt er seltsam leblos, weil die Darstellerinnen wirken, als kämen sie aus dem Pornobereich, sowohl optisch als auch schauspielerisch. Doch genau das verstärkt die durchweg skurrile Stimmung des Films. Das Erzähltempo ist eher gemächlich und die Episoden erzählen hanebüchenen Unsinn. Style over Substance trifft hier auf eine Form unfreiwilliger Komik, die den Film zwischen ernstgemeinter Hommage und grotesker Kuriosität pendeln lässt.
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Der wird schon jetzt als einer der schlechtesten Genrebeiträge der letzten Jahre gehandelt und oft in einem Atemzug mit dem Debakel THE ROOM genannt. Ich persönlich habe als jemand, der zig unvollkommene Amateurproduktionen gesehen hat, keine allzu großen Probleme mit dem Anthologie-Streifen. Der "durchschnittliche" Filmgucker hingegen dürfte an dieser bizarren Fetisch-Show mit allenfalls Horroreinsprengseln und ihren langatmigen Pseudo-Plots verzweifeln. Tatsächlich wirkt das Regiedebüt des röhrenden Metal-Muskelmanns Glenn Danzig an vielen Stellen schrecklich unbeholfen und gerade so, als wäre oft gleich der erste Take verwendet worden. Unfreiwillige Komik ist da vorprogrammiert. Die im O-Ton meist mit fetten Akzenten labernden Erotiksternchen sind genauso mies wie viele der Trickeffekte. Das Geld für VEROTIKA wäre in einem kurzen Metal-Musikvideo vielleicht besser angelegt gewesen.