Review

Abteil für Abteil geht steil


Eine Frau bekommt im Zug eine Geschicht' erzählt, 
doch wer sich schon gerne lang mit der Wahrheit quält. 

Von Gräuel und Schrecken, von Hoffnung und Liebe, 
kriegt der gute Geschmack in dieser spanischen Groteske auch mal fiese Hiebe. 

Gar ein Labyrinth von Figuren und Geschichten, 
da muss man schon einen guten Magen und etwas Geduld haben beim Sichten. 

Ein Omnibusfilm im Zug, eine Anthologie im Fäkalienkleid, 
wer hier unvorbereitet kommt, der tut mir schon jetzt etwas leid. 

Von Kinderpornographie über Koprophagie bis hin zu Sodomie, 
zwingt dieses böse Augenzwinkern sicher manchen in die Knie. 

Alles unterlegt mit surreal-spanischer Eloquenz, 
macht sich dieses abstruse Konstrukt sicher keinen Lenz. 

Ist das nun schwarze Komödie, Thriller, Kunstwerk, Schund oder gar surrealer Schock, 
sicher ist nur, in seinen besten Momenten macht das wilde Treiben durchaus Bock. 

Wenn man jedoch zu viel sucht Sinn und Verbindungen, 
kann das führen zu starken emotionalen Erblindungen. 

Einfach über sich ergehen und mal wirken lassen, 
konnte ich manch eine Szene oder Idee selbst kaum fassen. 

Aber Schönheit liegt ja immer noch im Auge des Betrachters, 
selbst wenn das sein sollte die Routine eines diabolischen Schlachters. 

Fazit: eine surreale, manchmal anstrengende und thematisch oft ziemlich düstere, gar kranke Quasi-Anthologie, die vor Kreativität und Wahnsinn durchgehend leicht sprudelt. Oder überschwappt. Irgendwo zwischen „Wild Tales“, Tabuthemen a la „Salo“ und Charlie Kaufman. Alles andere als auf der Strecke geblieben. Ein Gleiskuriosum. Applaus Applaus. Schwarzfahren kann sich lohnen! 

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