Review
von Leimbacher-Mario
Knecht Zeitluprecht
Irgendwo in „I Trapped The Devil“, der sich deutlich an die Twilight Zone-Folge „The Howling Man“ anlehnt und von einem Mann handelt, der meint in seinem Keller den leibhaftigen Teufel eingesperrt zu haben, steckt ein spannungstechnisches Meisterwerk, ein psychologischer Slowburnschmankerl. Aber meine Wertung dürfte schon verdeutlichen, dass dieses Potenzial auf dem Weg dorthin für meinen Geschmack leider ziemlich verschütt gegangen ist...
„I Trapped The Devil“ ist ein sympathisches Filmchen, ein Indie mit sehr geringen Mitteln durch und durch, dem man mehr Bekanntheit wünscht und den man eigentlich nicht haten will. Den ich auch jederzeit Hollywoodreinfällen wie „The Nun“ oder „Countdown“ vorziehen würde. Zu einem Film, der mir allerdings wirklich gefällt, den ich „fresh“ nennen würde, reicht es dann aber doch deutlich nicht. Dazu ist er einfach zu zäh, nahezu ohne echte Höhepunkte und Schauwerte, rein auf Atmosphäre und Kopfkino bauend. Das kann aber eigentlich nur der Grundstein sein, irgendwann muss man dann auch liefern. Irgendetwas. Das geschieht hier meiner Meinung nach zu wenig bis gar nicht. Das Konzept ist klasse, einige Farbspiele und Shots ebenso, das Spiel mit Stimmen, Wahnsinn und Vermutungen hat seinen Reiz. Doch im Endeffekt muss ich zugeben, dass ich mich selten während eines 80-Minüters derart gelangweilt habe. Wer alle weihnachtlichen Klassiker des Horrors schon durch hat, darf Ende des Jahres gerne mal zu „I Trapped The Devil“ greifen. Doch man sollte extrem wach, geduldig und gnädig mit ihm umgehen, denn er bietet fast nur Aufbau, sehr wenig Auszahlung. Für eine moderne Twilight Zone-Folge von 30 Minuten hätte das noch immer das Zeug zum Treffer. Doch als monoton-geschwätziger Langfilm ohne Ausschläge nach oben kann das die Augen definitiv zufallen lassen.
Fazit: hätte er doch nur mal den Weihnachtsmann statt den Teufel gefangen... Eigentlich mag ich atmosphärische Slowburns, die Grundidee ist creepy und stark, die Darsteller und Bilder sehr solide - aber insgesamt ist mir das dann doch deutlich zu wenig, zu vage, zu metaphorisch. Schade, ich wollte ihn mögen.