Studienabbrecher Randall unternimmt mit seiner Freundin Emily außerhalb der Ferien-Saison einen Trip zum Strandhaus seines reichen Vaters, um dort gepflegt abzuhängen, muss kurz nach seiner Ankunft aber feststellen, dass sein alter Herr die Hütte bereits dem befreundeten Ehepaar Mitch und Jane zur Verfügung gestellt hat. Die Anwesenden arrangieren sich mit der Situation aber so gut es geht und während des Abendessens werden dann auch so einige Weinflaschen geleert und sogar die Edibles ausgepackt. Ziemlich zugedröhnt wird man nun Zeuge eines faszinierenden Natur-Schauspiels, denn lumineszierende Mikro-Organismen aus dem Meer, die vom Wind auch an Land verteilt werden, lassen die ganze Umgebung aufleuchten. Zu spät realisieren die Anwesenden am nächsten Morgen, dass mit dem spontan aufziehenden, merkwürdigen Nebel etwas nicht ganz koscher ist und man den direkten Kontakt mit den ozeanischen Mikroben, die sich flott als Schmierfilm an allen Oberflächen abgesetzt und sogar in den Wasser-Leitungen verbreitet haben, wohl besser vermeiden sollte... Regisseur und Drehbuchautor Jeffrey A. Brown umreißt in seinem Debüt "The Beach House" ein innerhalb seines schmalen Produktions-Rahmens recht ambitioniertes, andererseits aber auch nicht sehr konkretes Weltuntergangs-Szenario, bei dem von "Die Körperfresser kommen"-liken Infektionen bis hin zu naturalistischem Ekel, wenn da glibberiges Getier aus dem Ozean an den Strand gespült wird oder so mancher Nachbar in bester Body-Horror-Manier schleimig vor sich hin mutiert, schon ziemlich viel zusammen kommt. Bis es allerdings so weit ist, muss man aber als Zuschauer zunächst mal viel Gelaber über sich ergehen lassen, das ganz offensichtlich nur zur Streckung der Laufzeit auf abendfüllende Länge dient, und auch der wallende Nebel soll da nicht nur eine gruselige Atmosphäre erzeugen, sondern augenscheinlich auch das niedrige Budget ein wenig kaschieren. Man merkt's, in "The Beach House" stecken viele - zum Teil auch offensichtlich geklaute - Ideen, die allerdings nicht immer ganz optimal umgesetzt werden konnten, zumal einem die permanente, unruhige Handkamera-Fotografie mit ihren locker aus der Hüfte geschossenen Einstellungen doch ziemlich schnell auf die Nuss geht... gab's da kein Stativ am Set? "The Beach House" hat zudem das ganz große Pech, dass es ebenfalls 2019 mit der Lovecraft-Adaption "Die Farbe aus dem All" einen inhaltlich ähnlich gelagerten Film gegeben hat, der mit teils massivem F/X-Einsatz doch erheblich bildgewaltiger und visuell prägnanter dahergekommen ist und dank eines frei drehenden Nicolas Cage auch auf darstellerischer Ebene sehr viel stärker punkten konnte. So gewinnt man letzten Endes dann doch den Eindruck, dass Brown sich mit seinem Streifen arg übernommen hat und mehr erreichen wollte, als er zu leisten imstande gewesen ist, weswegen die hier geschilderte Apokalypse im Miniatur-Format mit ihrem weithin absehbaren Downer-Ende leider doch eher wirkungslos verpufft. Tja, irgendwie schade...
5/10