Review

Mit diversen Versatzstückchen lässt sich auch ein Blutkuchen backen. Regisseur Joe Begos („The Mind's Eye“) bedient sich munter bei der Grundidee von Carpenters „Assault – Anschlag bei Nacht“, greift das Casting-Prinzip von „Expendables“ auf und nutzt die minimierte Kulisse von „From Dusk till Dawn“. Leider gerät das Retro-Gemetzel ziemlich unübersichtlich.

An Freds (Stephen Lang) Geburtstag treffen sich diverse Kriegsveteranen in seiner Kneipe, als die gehetzte Lizard mit einer Tasche voller Drogen hier strandet, die sie zuvor dem Drogenboss Boz (Travis Hammer) stahl. Nun gilt es, die Schenke zu einer Festung umzubauen, denn die Schergen des Bösewichts lassen nicht lange auf sich warten…

Da Begos auf eine beachtliche Riege alter Haudegen zurückgreifen konnte, wurde deutlich an den Kulissen gespart, zumal es kaum Außenszenen gibt. Für die Etablierung der Helden reichen ein paar Anekdoten früherer Tage, während der Antagonist mit einer bösen Tat eingeführt wird, was ihn im Verlauf dennoch austauschbar erscheinen lässt.
Leider fällt in der Kneipe recht früh der Strom aus, was mit blauen und roten Neonlichtern im Halbdunkel einhergeht. Im Zusammenhang mit der Action, welche zuweilen deutlich zu hektisch geschnitten ist, mangelt es an Übersicht und die Gewalteinlagen verlieren im Durcheinander ein wenig an Wirkung.

Dennoch wird die Schlachtplatte mit zahlreichen, meist handgemachten Gewalteinlagen garniert. Unzählige blutige Einstiche mit Alltagsgegenständen und zertretene, gespaltene und zerschossene Schädel säumen die blutigen Pfade, wogegen beim Einsatz der Benzinsäge im Schummerlicht kaum etwas zu erkennen ist. Oberflächlich betrachtet mutet das alles recht brachial an, Details sind bei alledem jedoch nur allzu selten auszumachen.

Die Altherrenriege vermag dem jedoch überzeugend gegenüberzutreten, wobei zynische Sprüche die Chose stets ein wenig auflockern. Stephen Lang reißt zweifelsohne das Ruder an sich, William Sadler kommt gleich dahinter. Martin Kove erhält nicht ganz so viel Screentime und auch Fred Williamson geht beinahe ein wenig unter, dafür schlägt sich Tom Williamson als junger Soldat recht wacker. Auch die Synchro überzeugt mit K. Dieter Klebsch für Stephen Lang und Ronald Nitschke für William Sadler, wobei dessen Stimme grundlegend besser zu Martin Kove passt.

Während der bassbetonte Score ebenfalls auf der Retrowelle schwimmt und eine Mischung aus Goblin und Tangerine Dream liefert, birgt die Belagerungssituation zwar wenige Überraschungen und die Story bleibt überdies sehr minimalistisch, doch als Hommage an einige Klopper der Achtziger geht der Stoff in Ordnung.
6,5 von 10

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