Review

„Brennt Licht in der Gruft, liegt was in der Luft!“
Das sagte schon Tony Curtis in „Die Zwei“ und der wusste, wovon er redete! Oder auch nicht.
Jedenfalls sprach er nicht von giftig-gründer Discobeleuchtung des zentralen Sarkophags und damit sind wir einem etwas kuriosen Schaustück der frühen 80er Jahre, den sehr viele Leute schon mal irgendwann hier und da zu Gesicht bekommen haben (könnten).

Warum dieses Exorzist-meets-Omen-in-Amityville-Derivat nicht längst in die Vergessenheit abgeritten ist, liegt vorzugsweise an zwei Dingen: ein paar praktikablen Gore-Effekten und den Hupen der hier unsterblich besungenen Hauptdarstellerin Bobby Bresee, die sich ihre Qualifikation als Playboy-Bunny sicher hart erarbeitet hatte.

Das Problem mit „Mausoleum“ wiederum ist: wann immer nicht eine der beiden erinnerungswürdigen Vorzüge im Bild sind, fallen die Mängel um so schwerer ins Gewicht. Nicht zuletzt, weil Michael Dugan offenbar kein besonders guter Regisseur war und die drei in der Castliste vermerkten Schreiberlinge mit Sicherheit keine Zierde ihrer Zunft waren.

Auf dem Papier liest sich das dennoch noch ganz ordentlich:
Nach dem Tode ihrer Mama, ereilt die kleine Susan im benachbarten Mausoleum samt grünlicher Gruft eine dämonische Entität, die ihren Körper übernimmt. Das Ganze hat einen familiären Hintergrund mit der Besessenheit, aber das muss man sich trotz früher VoiceOver-Infos dennoch eher zusammenreimen.
Dann pooft das Dämonchen erst mal für flotte zwei Dekaden und erscheint dann putzmunter wieder auf der Bildfläche.
Das bedeutet, die gute Susan (jetzt: Bresee) kriegt grünliche Haftschalenaugen, stiert rum, grollt und dann passiert irgendwas Widerlicher. Im weiteren Verlauf mutiert sie fürderhin dann auch zu einem dämonischen Mutantenmonster mit telekinetischen Fähigkeiten.

Zu spüren bekommt das etwa ihr rattiger Gärtner oder später dann ein zweiter, nicht ganz so rattiger Gärtner. Oder irgendein unaufmerksamer Typ im Einkaufszentrum, der in eine spitze Skulptur fallengelassen wird. Oder die Tante, die es im Treppenhaus schwebend zerreisst.
Der Einzige, der blind und taub durch die Gegend taumelt, ist ihr Ehemann, weil er, wie US-Männer ja nun mal so sind, immer auf Geschäftsreise ist und seine heiße Holde ständig zu Hause parken muss.

Irgendwann landet Uschi dann beim Psycho-Doc und der versuchts mit Hypnose und kriegt so den definitiven Beweis geliefert. Also sorgt sich wenigstens einer um eine dämonische Austreibung und die wird hier per Dornenkrone abgewickelt.

Das alles klingt leider kohärenter, als es sich als Film darstellt.
Nehmen wir nur mal den rattigen Gärtner: der spannt erst ein bissl, dann bittet er um einen Kaffee. Während er den süffelt, kann er Susan in die Bluse starren, ist ja alles offen. Dann geht er wieder gärtnern. Dann darf er zum Poppen reinkommen. Dann geht er wieder. Dann geht er ex.
Natürlich sterben hier nicht alle im Stop-and-Go-Modus, aber die dämonische Verwandlung folgt keinen deutlichen Modellen oder Vorgaben. Der zweite Gärtner stirbt, weil er ihr NICHT an die Bluse will, der Mallbesucher nervt offenbar einfach nur und die offenbar als „comedy relief“ eingesetzte farbige Haushälterin Elsie (das erkennt man an einer total unpassenden Sitcom-Musik bei all ihren Auftritten) darf sogar die Chefin als Dämon auffinden und den Käse per sofortiger Kündigung überleben.

Wenn die sich brav abmühende Bresee also nicht nur ihre Nippel reckt oder unter Tonnen von Dämonen-Makeup versteckt wird, ist sie eigentlich ganz nett und geht sogar mit ihrem Ehegespons Oliver deftig abhotten (ahem), worauf unfreundliche Antänzer natürlich im Anschluss sofort in ihrem Auto verbrennen.
Oliver wird übrigens vom namhaftesten Darsteller in diesem Ensemble gegeben, dem ehemaligen Prediger und nun lockenprächtigen Marjoe Gortner (siehe auch „Erdbeben“, „Die Insel der Ungeheuer“ und besonders pferdvoll: „Star Crash – Sterne im Duell“), der tatsächlich in drei oder vier Szenen dabei ist und sonst ein Muster der Ahnungslosigkeit darstellt, bis ihm die Gattin beide Rippenbögen ohne Narkose entnimmt.

Hero oft the Day in diesem unebenen Mischmasch ist Psychiater Dr. Andrews, dargestellt von Norman Burton, den man ggf. schon mal als „Felix Leiter“ in „James Bond - Diamantenfieber“ nicht bemerkt haben könnte. Er kriegt nicht nur bei der Hypnosetherapie heraus, dass hier ein Dämon am Werk ist, sondern kann auch Familienflüche entschlüsseln und alle notwendigen Schritte einleiten, die hier darin bestehen, aus der Grüngruft eine Dornenkrone zu bergen und sie der rasenden Wildsau auf den Kopf zu setzen.
Da Burton aber leider ein eher unauffälliger Nebendarsteller war, kommt das wirklich irgendwie überraschend.

Erfreuen können sich die Fans an den wechselhaften Tricks. Manche Gore-Effekte sind gut und klassisch gemacht, manche sehen wiederum billig aus. Die grünlich schimmernde Gruft (mit einer viel zu kleinen Tür für die Darsteller) könnte aus einer Kinder-TV-Show stammen und dass über 20 Jahre Ratten auf dem Deckel rumkrabbeln, will man schon gar nicht glauben. Die Schwebeeffekte könnten schlechter sein, das gilt auch für Susan als gehörnter Matschkopf, auch wenn die Maske so ausgiebig ins Bild gerückt wird (teilweise mit Zeitlupe), dass es schon zu viel ist.

Aber es bleibt dennoch dabei: der Plot ist nur ein Skelett, das Tempo stimmt nicht, die Erzählung stockt immer wieder und geht zurück auf Start, die Story scheint um die Todesfälle herum aufgebaut zu sein und der Familienfluch bleibt bloße Behauptung.
Für Frau Briese war das leider schon der Höhepunkt einer kurzen Karriere mit erhöhtem Scream-Queen-Anteil, hier und da war sie aber noch zu sehen. In Sachen Hauptrollen wurde es aber nicht mehr besser.

Die Rechtesituation ist offenbar nicht so stringent geklärt, dass man den Film nicht im Netz findet und für flotte 90 Minuten gibt es jetzt nichts Lautstarkes zu nölen, aber ein Juwel der 80er sieht dennoch entschieden anders aus. (4/10)

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