Nick steckt in einer ziemlich misslichen Lage: Er war Zeuge, wie Unterweltgröße Ezekiel Manning einen kaltblütigen Mord begangen hat. Um ihn zu schützen, hält ihn der Geheimdienst in einem streng geheimen Standort versteckt. Dort ist er allerdings alles andere als sicher, denn Manning hat bei der Polizei seine Leute. Eine zufällig anwesende Kurierfahrerin vereitelt in letzter Sekunde einen Anschlag auf sein Leben. Während beide einen Ausweg aus dem abgeschotteten Gebäude suchen, dringen Ezekiels schwer bewaffnete Söldner in den Wohnkomplex ein. In der menschenleeren Tiefgarage scheinen der Kronzeuge und die junge Frau dem bestens ausgebildeten Killerkommando hilflos ausgeliefert zu sein, doch Nicks kampferfahrener Schutzengel weiß sich zu wehren ..
Die Frage ist...kann man einen Film unterhaltsam gestalten, der praktisch eine Stunde nur in einer Tiefgarage spielt? Antwort: Funktioniert.
Zunächst muss jedem klar sein, was man hier zu sehen bekommt. Daueraction und recht imposante Stunts. Dazu Tötungen, die teilweise drastischer sind als in manchem Horrorfilm, der hierzulande die FSK durchlaufen hat.
Es gibt Schauspieler, die wissen das sie nicht viel drauf haben und suchen ihre Bestimmung in der Darstellung tougher Frauen. Frau Kurylenko ist so ein Beispiel. Wenn man sich mal ihre Vita anschaut, ist sie fast immer in recht sinnfreien, aber durchaus unterhaltsamen Actionfilmen zu sehen. Ähnlich wie Frau Jovovich, die mit RESIDENT EVIL ihre Daseinsberechtigung gefunden hat, nun aber diesbezüglich wohl arbeitslos ist.
Und dann gibt es noch Schauspieler, deren Qualität unbestritten ist, die aber seit einiger Zeit daran arbeiten, ihren Ruf zu zerstören. Dazu gehört Gary Oldman, der in den letzten Jahren grundsätzlich in Streifen mitspielt, in denen er komplett unterfordert ist. Hier hat er mal wieder eine völlig beknackte Rolle, mit relativ wenig Screentime. Unverständlich.
Insgesamt weiß der Streifen innerhalb des Actiongenres allerdings durchaus zu überzeugen. Leerlauf gibt es hier gar keinen. Nach 5 Minuten geht der Streifen ab wie die Luzie und hat auch fast keinerlei Atempausen.
Natürlich fragt man sich, wie die Courier Dame die ganze Crew des Fieslings mal so eben ausschalten kann. Zudem schießen die natürlich auch alle wieder grundsätzlich daneben. Aber ich denke, das wird keinen Action Freund interessieren. Zudem hat Frau Kurylenko durchaus den ein oder anderen amüsanten Oneliner - in typischer Bruce Willis-Manier in den DIE HARD Teilen.
So bleibt unter dem Strich ein sinnfreier, aber dennoch furioser Streifen und niemand erwartet bei dieser Ausgangsposition ein Arthouse Drama. Von daher werden die Fans solcher Filme mehr als gut bedient, wenn er mir, einem ausgemachten Thriller und Drama Freund schon gefällt. Zudem gibt es eine sehr gelungene letzte Einstellung, die ich wirklich witzig fand.
Gute Unterhaltung reicht manchmal auch aus - es muss nicht immer tiefsinnig sein und die bietet THE COURIER.