Review

Ein Zeuge soll ausgeschaltet werden, doch will man den Mord einer Kurierin in die Schuhe schieben und die hat da nicht nur ein paar Einwände, sie schreckt auch vor den anrückenden Killerkommandos nicht zurück.


Ich bin nicht ganz sicher, was das mit mir und Olga Kurylenko ist, aber seit sie Bond-Girl in Quantum Trost war, sehe ich sie gerne, obwohl ich weder diesen noch die meisten anderen Filme mit ihr übermäßig toll finde. Auch ist die attraktive Dame nicht mein Typ, noch halte ich sie für eine besonders talentierte, sondern eher durchschnittliche Schauspielerin. Irgendwann entdecke ich das Geheimnis bestimmt. noch. ????


Hier gibt sie die toughe Kurierin, die unfreiwillig in eine üble Sache gerät. Das spielt sie okay, aber sie steckt schon verdammt viel ein und locker weg. Das wirkt keineswegs immer richtig glaubwürdig, aber sie gibt sich Mühe. Mühe gibt sich sicher auch ihr Gegenpart William Moseley als Anführer der Killer, ich habe mich aber während aller (!!) seiner Szenen gefragt, was er da mit seinem Gesicht macht. Ich weiß nicht, ob das böse oder wahnsinnig aussehen soll oder ob er während der Dreharbeiten unter Migräne litt (könnte auch die Figur sein, aber sowas wie Figurenzeichnung gibt es nicht), Schauspiel aber, dessen bin ich mir sicher, war das nicht. Auch Gary Oldman wirkt reichlich hölzern, kein Vergleich zu seinen Glanzzeiten von Dracula oder Léon. Lediglich Amit Shah performt als Zeuge Nick sauber.


Aber so sehr sich die Darstellendenden auch mühen, gegen das Script kommen sie nicht an. Sprüche wie "Ich bin Dein schlimmster Alptraum" waren schon in den 80ern nicht mehr originell.

Die Aktion findet weitgehend im Parkhaus eines Hochhauses statt, aber da Kurylenkos Figur ein Trauma durch einen Scharfschützen hat, was uns in einer deplatzierten Situation eher mäßig gespielt ausführlich dargebracht wird, muss ja auch ein Scharfschütze irgendwie irgendwo ins Spiel kommen. Den setzt man halt mal auf's Dach, vermutlich wegen der tollen Aussicht, die für einen Sniper ja wichtig ist. Kurze zur Erinnerung, Hochhaus, Aktion im Parkhaus...

Doch ist das nicht die einzige Ungereimheit im Verlauf. So hat Kurylenko irgendwann plötzlich einen kleinen Koffer mit einer Pistole und zwei Granaten, den sie (vermutlich) aus einem Auto geholt hat. Wieso, weshalb, warum? Wird nicht nicht erklärt, hab's 2x geprüft, ist auch wurscht, denn der finale Twist ist dann einfach nur noch dumm und macht die ganze Story im Handumdrehen zunichte und überflüssig.


Allerdings kommt zwischendurch auch ab und an Spannung auf, wenn der Strom ausfällt und alles in ein cooles Rot getaucht wird oder Kurylenko manchen kleinen Vorteil gut für sich zu nutzen weiß. Das Tempo ist durchgehend hoch, so dass keine Zeit für Langeweile bleibt, lediglich der bereits erwähnte Rückblick bietet sich für ein Gähnen an, ansonsten passiert eigentlich immer irgendwas.

Und an mancher Stelle hat der Film sogar Härten zu bieten, die die FSK18 absolut berechtigt erscheinen lassen, wenn ein Auto, ein Motorrad und ein Scheibenwischer zweckentfremdet werden.

Weitgehend zielsicher punktet vor allem der Score, der wuchtig treibt und stilistisch passt. Dass man auch hier nicht um Klischees herumkommt, zeugt von der Qualität des Drehbuchs, denn als kultivierter böser Schreihals muss Oldman natürlich klassische Musik genießen.


B-Actioner, der ein paar stimmungsvolle Szenen hat, man muss aber das Drehbuch und das doofe Ende abkönnen. Die Action hat Drive und geht ordentlich zur Sache. Kann man schauen, ein Reißer ist es aber nicht.

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