Bruce Willis stirbt mal wieder langsam und die Bellucci darf sich seiner annehmen. Das ganze Drama wird brav garniert mit ein paar armen vom Tod bedrohten Afrikanern, doch die guten guten US-Soldiers zeigen Herz und retten alle Flüchtlinge. Hachja, das Leben ist ja so gerecht und fürsorglich und überhaupt. Doch ein Bruce Willis Film ist erst dann ein Bruce Willis Film wenn so richtig Blut fließt, offene Wunden versorgt werden müssen und geschossen wird bis das Magazin leer ist. Ein richtiges Bombardement darf auch nicht fehlen, Hubschrauber, Kampfjet, Messer - oh yeah baby, das sind die Zutaten aus denen man einen Hollywood-Actionknaller strickt, und das sind auch die Zutaten bei denen sich ein Bruce Willis wohl fühlt.
Zur Handlung gibt's nicht viel mehr zu sagen. US-Sondertruppe muß Amerikanerin aus dem Dschungel Nigerias retten, feindliche Truppen ("Rebellen") sind im Anmarsch, ihr Leben ist bedroht. Klar daß die gute gute US-Regierung das halbe Militär abkommandiert um diese redliche Staatsbürgerin "da rauszuschaffen". Gähn. Der Plot ist leicht neben der Spur, Szene für Szene vorhersehbar - und trotzdem hat "Tränen der Sonne" etwas das fasziniert. Der kameradschaftliche Zusammenhalt, das schwanken des Lieutenant zwischen Menschlichkeit und Auftrag, die dramatische Flucht - all das funktioniert und fesselt, schafft Spannung, vermag aber das Konservenaroma nicht abzulegen.
Genreklischees sind nunmal da um erfüllt zu werden, da macht Antoine Fuqua keine Ausnahme und bleibt seiner bisherigen Linie treu. Gradlinig und klar hat er sein Ziel vor Augen, und das merkt man auch den Darstellern an, die diese Geradlinigkeit in ihr Spiel implementieren. Eamonn Walker als Ellis 'Zee' Pettigrew kann als einziger noch etwas Persönlichkeit rüberbringen, den Rest der Crew kann man unter "Auftrag angenommen und brav erfüllt" abtun. Willis spielt auf gutem Niveau, erweckt allerdings den Eindruck für keine anderen Rollen mehr passen zu können und Monica Bellucci darf nicht nur optisch was hermachen sondern auch brav hysterisch werden und später die edle Ritterin mimen. Mehr Hauptrollen waren nicht zu vergeben, allenfalls Tom Skerritt als Captain macht noch eine ordentliche Figur.
Nein, die guten Akteure sind tatsächlich etwas versteckt in Nebenrollen zu finden. Da hätten wir den angesprochenen Eamonn Walker, aber auch Malick Bowens als Rebellenführer macht eine gute Figur. Schade daß wir so wenig von ihm zu sehen bekamen, wir erinnern uns hier gerne an "Outbreak" zurück wo er großen Anteil am Erfolg trägt.
Zum Score gibt es ebensowenig zu sagen wie zum Plot: Konstruiert aus der Konserve erfüllt er lieblos seinen Zweck und unterstreicht damit das Retorten-Image dieses Films. "Tränen der Sonne" kann man sich getrost anschauen, Überraschendes oder Herausragendes sollte man aber nicht erwarten. Ein klassischer Ich-guck-Dich-und-vergess-Dich-Film.
(5/10)