Und da haben wir wieder so ein "The GOOD USA vs. the BAD Rest of the World"-Film. Früher hatten die Amis noch einen Grund, in ein anderes Land einzufallen, um böse Nazis und Kommunisten zu meucheln. Doch in unserer heutigen Zeit findet sich nicht mehr so leicht ein Schurke, bei dem es sich lohnt, die komplette US-Army zu mobilisieren und den Feind anzugreifen. Ok... der Krieg in Afghanistan gegen Osama und seine Taliban-Gang mag ja noch einigermaßen (11.9.2001) gerechtfertigt sein. Da zogen sogar noch wir Deutsche mit. Aber anscheinend reichte das George "Doubleblöd" Bush nicht aus, ein einzelnes Land zu bombardieren. Daher suchte er sich schnell ein paar Ausreden, um den Irak anzugreifen. Und diese Ausreden reichten dann von banalen Sprüchen, wie "Saddam wollte meinen Papi umbringen", bis hinzu frei erfundenen Gründen a'la "Der Irak hat Massenvernichtungswaffen". Da diese Aussagen und Gründe dermaßen hirnrissig waren, hatten dann auch die Deutschen und die Franzosen keinen Bock mehr der einzigen Supermacht der Welt auf Befehl zu gehorschen. Nur die Engländer, Spanier und ein paar andere Länder krochen der USA weiterhin in den Arsch und machten fröhlich bei der Bombardierung des Iraks mit. Um den "Unwilligen" (z.B. wir und Frankreich) zu beweißen, dass die USA dennoch wirklich GUT sei, wurde schnell ein Kriegs-Filmchen mit Publikums-Liebling Bruce Willis (Last Boy Scout) und Matrix-Langweilerin Monica Bellucci (Der Pakt der Wölfe) abgefilmt, der fiktive Soldaten in einem "moralischen" Einsatz in Kenia zeigt. Mich wunderts nur, dass Willis und Regisseur Antoine Fuqua (King Arthur) bei solch einem Blödsinn mitgemacht haben.
Navy Seals-Soldat A.K. Waters (Bruce Willis) bekommt den Auftrag die Ärztin Lena Kendricks (Monica Bellucci) aus einem Krisengebiet in Kenia zu evakuieren. Dort angekommen gelingt es Waters gemeinsam mit einigen anderen Soldaten die besagte Ärztin zu evakuieren, obwohl diese nicht ohne ihre Flüchtlinge abziehen wollte. Während eines Fluges über die inzwischen von den Rebellen zerstörte Mission der Ärztin, überlegt es sich Waters anders (oder wegen dem weiten Ausschnitt und der dadurch freigelegten prallen Oberweite der Ärztin) und fliegt zurück, um auch noch die Flüchtlinge zu evakuieren. Da man aber freilich nicht alle Flüchtlinge in einen Helikopter quetschen kann, entschließt sich Waters gemeinsam mit Lena und seinen Männern die restlichen Flüchtlinge zur Grenze von Kamerun zu bringen, wobei sie von unzähligen Rebellen verfolgt werden. Dabei stellt sich auch noch heraus, dass sich unter den Flüchtlingen eine politisch wichtige Person namens Arthur (sollte wohl schon Werbung für Fuquas nächsten Film sein) befindet, der die Demokratie wieder nach Kenia bringen könnte...
Ohne Bruce Willis als Anführer der Navy Seals wäre aus "Tränen der Sonne" (frag mich immer noch, was der Titel mit dem Film zu tun haben soll, da dieser ursprünglich für den 4. Stirb langsam-Film gedacht war) nur ein 08/15-Kriegswerbefilm der US-Army geworden, was er im Prinzip auch ist. Damit sich auch pubertäre Jungs diesen Film ansehen sollten, um sich danach anscheinend freiwillig bei der Army zu melden, stellte man Willis noch Monica Bellucci an die Seite, der man die Rolle einer Ärztin nicht wirklich abnimmt. Man hatte Denise Richards (Starship Troopers) ja auch in "007-Die Welt ist nicht genug" nicht abgenommen, dass sie eine Nuklear-Wissenschaftlerin (hahahaha) sei. Und Tom Skerritt (Alien) wiederholt mal wieder seinen "Top Gun"-Job und stolziert auf einem Flugzeugträger herum.
Die Action ist zwar solide gemacht worden und es gibt auch einige harte Szenen, aber damit die Action auch wirklich gut rüberkommt, braucht man eine gute oder glaubhafte Story. Und "Tränen der Sonne" hat das nicht wirklich. Spannung kommt nur in dem Moment auf, wo sich Willis und die anderen nachts im Dschungelgestrüpp verstecken, damit die Rebellen sie nicht finden. Humor gibt es hier nicht. Und die Erotik? Na ja. Belluccis Oberweite sollte wohl nur dazu dienen, damit Bruce Willis auch einen Grund hatte, umzukehren und den Flüchtlingen zu helfen. Hätte die von Willis gespielte Figur noch etwas Geld für Obdachlose gespendet, wäre die Ärztin vermutlich auch noch mit ihm in die Kiste bzw. ins Dschungeldickicht gesprungen, um ihm ihre Dankbarkeit zu zeigen.
"Tränen der Sonne" beweist uns aber nicht wirklich, dass die Amis GUT sind und die Iraker BÖSE sind. Das Bild des uniformierten Strahlemanns mit der M16 in der Hand hat schon allein der Folter-Skandal, wo US-Soldaten unschuldige Iraker gefoltert und vergewaltigt haben, ruiniert und zeigt teilweise das wahre Gesicht einiger US-Soldaten. Ich behaupte ja nicht, dass die komplette US-Army so drauf ist, aber welchen Sinn hatte der Irak-Krieg denn nun wirklich? Massenvernichtungswaffen wurden nicht gefunden und Saddam ist es auch nicht gelungen den Papi von Möchtegern-Diktator George W. Bush zu töten. Der Grund für den Irak-Krieg liegt wohl eher in den Öl-Quellen des Landes, die nun freigegeben wurden, damit der provitgeile Ami auch das Öl abzapfen kann. Da hilft auch dieser US-Army-Werbefilm mit einem fehlbesetzten Bruce Willis nicht mehr viel, um uns Deutsche und die Franzosen umzustimmen.