Oftmals bezeichnet als die Shaw Variante von Alexandre Dumas THE MAN IN THE IRON MASK trägt der Film sicherlich einige Züge der berühmten Vorlage, greift aber nur auf die Grundidee zurück und bauscht diese nach einer langen und umständlichen Vorgeschichte als Vorwand für den Showdown auf.
Der titelgebende Bastard [ Chung Wa ] wird nach 18 Jahre Einsiedlerleben bei seinem Ziehvater und Lehrmeister von diesem in die weite Welt geschickt, um seinen richtigen Vater zu finden und endlich einen Namen zu bekommen. Auf der Suche trifft und hilft er der jungen Bettlerin Hsiao Yi [ Lily Li ] vor einigen Schergen des herrschenden Gu – Clans und quartiert sich mit ihr in einem Inn ein. Als die Gu’s spitzkriegen, dass der Bastard ihrem wegen Mordes im Gefängnis eingesperrten Gu Gingxiong [ auch Chung Wa ] absolut ähnelt, umwerben und becircen sie den Bastard, um ihn dann gegen der Mörder auszutauschen. Der Bastard fällt auch darauf herein, einzig Hsiao bekommt die Heimtücke mit.
Wirklich clever ist das Skript dabei nicht aufgebaut, wahrscheinlich hat man sich der Beschränktheit des Bastards leicht angepasst, der zwar über formidable Kampfkünste verfügt, aber ansonsten etwas naiv und schwerfällig mit dem Denken ist. Alles muss man ihm 3x erklären und dann am besten noch vor die Augen führen, genauso handhabt es die Erzählweise. Während man den Plan der Gu’s schon früh erahnt, kommt das Täuschungsmanöver erst nach einer guten Stunde auf den Tisch; 10min später ist der Bastard schon wieder aus dem Gefängnis heraus, dann folgt schon die Rache. Was vorher passiert ist logischerweise weniger interessant, den verkomplizierten Aufbau hätte es nicht bedurft; zeitweise wird einiges zu arg auf die Geduldsprobe gestellt. Zumindest passt am Ende alles zusammen, und der Showdown revanchiert auch für einiges.
Die Action ist im Übrigen bis zuletzt fast vernachlässigt worden, dann allerdings für das Alter erfreulich zügig und knackig, auch wird die Einrichtung hübsch auseinander genommen; wurde allerdings auch von Yuen Woo Ping, Yuen Cheung Yan und Yuen Dai An inszeniert.
Technisch ist beim Film sowieso nichts zu bemängeln, von der üblichen reichen Bildvielfalt bis zum anfangs etwas seltsam elektronischen, aber dann melodisch eingängigen Score ist alles auf hohem Standard. Der Erfolg des Filmes hängt allerdings davon ab, ob man die Hauptlinie abkauft, die Ausnutzung von purer Unschuld und Naivität für hinterhältige Zwecke, samt seinen rudimentären Weisheiten wie: Nur Arme helfen Armen. Alle Reichen sind schlecht. Sag einer Frau nicht, dass jemand anders hübscher ist.
Etwas weniger scheinmoralisch hätte es da schon sein dürfen.