"Jim, you don't know what's down there", gibt die besorgte Martha Hunter (Pamela Duncan) zu bedenken, als sich besagter Jim (Richard H. Cutting) anschickt, eine riesige Erdspalte zu erkunden. "What could be other than earth, water, and a few sandcrabs?", entgegnet er gut gelaunt, bevor er sein Vorhaben in die Tat umsetzt. Und damit ist ihm eine Nominierung in der Kategorie "berühmte letzte Worte" sicher, obwohl er im Prinzip nicht Unrecht hat. Dumm ist nur, daß einige der angesprochenen Krabben ins Riesenhafte gewachsen sind und Menschen gerne mal als Snack für zwischendurch betrachten. Roger Cormans unverwüstlicher Monsterschinken aus dem Jahre 1957 (einer von neun (!) Filmen, die Corman in diesem Jahr heruntergekurbelt und veröffentlicht hat) ist zweifellos ein kleiner Klassiker des B-Movies, auch wenn der Zahn der Zeit im Laufe der Jahre heftig an ihm genagt hat. Die Geschichte ist schnell erzählt und nicht sonderlich originell: einige Wissenschaftler untersuchen ein pazifisches Atoll und entdecken eine monströse Krabbe, welche die Gruppe nach und nach dezimiert.
Tatsächlich gibt es ganze zwei Riesenkrabben zu bewundern, wovon eine aber leider gleich mal das Zeitliche segnet. Mehr Kreaturen waren beim Budget von siebzigtausend Dollar eben nicht drin. Dafür hat das Biest - Atomtests sei Dank! - seltsame telepathische Fähigkeiten, denn das Wissen und die Identität jedes Menschen, den es sich einverleibt, wird von der Krabbe absorbiert, weshalb sie sogar in der Lage ist, mit den Wissenschaftlern zu kommunizieren. Dieses nicht uninteressante aber doch hanebüchene Plotelement wird dem Zuschauer natürlich bierernst und ohne einen Anflug von Humor präsentiert; so funktionierten damals halt die Monsterfilme. Corman bringt den etwa einstündigen Streifen recht ordentlich über die Runden, kann aber nicht verhindern, daß zwischendurch immer mal wieder die gute alte Langeweile an die Tür klopft. Und in diesen doch recht öden Szenen, wenn man Zeit hat, über die Geschichte nachzudenken, werden die haarsträubenden Plotlöcher (so groß, dass selbst das Krabbenmonster problemlos hindurchhüpfen könnte) besonders offensichtlich. Glücklicherweise scheint dies Corman durchaus bewußt gewesen zu sein, und so läßt er - vor allem in der zweiten Hälfte des Filmes - seine Hauptattraktion einige Male aufmarschieren. Die drollige, aus Pappmaschee gebastelte Kreatur ist ein steifes, ungelenkes Etwas, das böse guckt und das eine oder andere Mal sogar zaghaft blinzelt. Lediglich die Bedienung der Scheren funktioniert einigermaßen glaubhaft. Der Showdown auf der sich in Auflösung befindlichen Insel ist gut gemacht, auch wenn der extrem abrupte Schluß aus heutiger Sicht etwas irritiert. Genrefans werden mit Attack of the Crab Monsters jedenfalls gut bedient und sollten mit diesem billigen Monsterstreifen viel Spaß haben. In weiteren Rollen sind Richard Garland, Russell Johnson, Leslie Bradley und Mel Welles zu sehen, wobei sich letzterer vierzehn Jahre später als (Co-)Regisseur von Lady Frankenstein einen Platz in der Trashfilmgeschichte sicherte. In den amerikanischen Kinos lief Attack of the Crab Monsters zusammen mit Not of This Earth als "the greatest double horror show of all time!".