Review

Ich weiß nicht, was Leute so aus 70.000 $ machen, Roger Corman macht daraus einen Film. Im vorliegenden Fall „Attack of the Crab Monsters“, der im Œuvre des Fließbandproduzenten leicht übersehen werden kann. Was aber auch nicht schlimm ist.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern landet auf einer pazifischen Insel, von der eine vorangegangene Expedition verschwunden ist. Untersucht werden sollen die Auswirkungen der stattgefundenen Atomwaffentests auf die Flora und Fauna, bald sieht man sich also mutierten Riesenviechern in Form von Krabben gegenüber. Und wie es der Titel vorwegnimmt, attackieren diese.

Mit einer Laufzeit von gerade mal etwas über sechzig Minuten ist der Kappes nicht überlang. Mehr trägt das Ganze auch nicht, obwohl es doch ein paar nette Ideen in den Streifen geschafft haben. Die fernen Stimmen, die sich verändernde Insel, das hat was. Nicht alles davon bekommt man aktiv zu sehen, kostet ja auch Geld. Und wenn die Monstren dann letztlich mal auftauchen, kommen sie nicht sonderlich wertig daher. Immerhin können einem die Augen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Hier und da wird mal überraschend direkt der Verlust von Körperteilen bebildert, ansonsten ist der an der kalifornischen Küste und einem ehemaligen Ozeaneum bei Los Angeles gedrehte Streifen visuell etwas anspruchslos. Aber hey, das Budget war knapp und letztlich lieferte Corman einen Film. Das ist doch schon mal was, ebenso wie das Einspiel, welches ein Vielfaches der Kosten betrug.

Figuren und Dialoge sind vorhanden, aber überwiegend uninteressant. Manches muss kommentiert werden, weil "tell don't show" dem Finanzplan entgegenkommt. Überhaupt spart man sich vieles. Der "Vorteil" allerdings dabei ist, dass man sich nicht mit Exposition, dramaturgischem Aufbau oder einer Auseinandersetzung mit den Charakteren aufhalten muss. Das Skript ist straff und fokussiert sich derart auf seinen Kern, dass das in diesem Fall dem Low-Budget-Streifen sogar gut tut.

Ein Vertreter dieser recht günstigen drive-in-Filme, die anno dazumal Teil der Doppelvorstellungen waren. Aber trotz manch üblicher Albernheit geht Cormans Werk hier dieser gewisse Charme ab, den andere gleichartige Beiträge vorweisen können. „Attack of the Crab Monsters“ ist ein runtergekurbelter Corman und man weiß eigentlich, was man bekommt. Wer das will, kann hier einschalten.

Details
Ähnliche Filme