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Wenn sie nie gestorben ist, was ist sie dann? Ein Vampir, ein Zombie, ein Homunkulus?
Wer den Vorgänger „He Never Died“ von 2015 gesehen hat, dürfte die Antwort bereits erahnen.

Dem kurz vor der Pensionierung stehenden Ermittler Godfrey quälen diverse Probleme: Zwölf zerstückelte Leichen in zwei Monaten, bei denen größtenteils die Finger fehlen. Als er zufällig die obdachlose Lacey beobachtet und kurz darauf die Leichen zweier Krimineller entdeckt, wird ihm einiges klar. Er bietet Lacey einen zweifelhaften Deal an…

Was man von vornherein hinnehmen muss ist, dass Lacey übermenschliche Kräfte entwickeln kann und nahezu unverwundbar ist, beziehungsweise, etwaige Verletzungen verheilen binnen kurzer Zeit. Zudem gibt sich die Dame auffallend wortkarg und emotionslos, doch welches Geheimnis dahinter steckt, wird erst in den letzten Minuten offenbart.

Bis dahin ereignet sich allerdings enttäuschend wenig, zumal Low Budget an allen Ecken und Enden durchschimmert. Setting und Ausstattung wirken recht minimalistisch und der banale Plot um Menschenhändler und Snuff-Filmer kommt ebenfalls nie so recht in Gang, was an zu vielen, unnötigen Dialogpassagen und damit verbundenen Durchhängern auszumachen ist.

Leidlich interessanter wird es erst wenn Lacey zuschlägt, wobei die Opfer an einer Hand abzuzählen sind. Die handgemachten Effekte können sich immerhin sehen lassen und implizieren Finger in Augenhöhlen, eine abgetrennte Gesichtshälfte und ein Aufspießen. Folterszenen finden sich indes nicht, obgleich es Teile der Handlung nahe legen.

Hier und da wird der Streifen als Komödie eingestuft, doch unterm Strich findet sich recht wenig Humor und wenn, dann äußert er sich überaus trocken, etwa, als Lacey im Diner wiederholt Haferflocken bestellt, obgleich ihre Nahrungsaufnahme eigentlich anderen Mustern folgt. Eher liefert der Stoff ein wenig Horror, einen Hauch Fantasy und Anleihen eines Thrillers. Spannend wird die Angelegenheit jedoch nie.

Trotz passabler Mimen (jedoch nicht so doller Synchro) und einer tauglichen Basisidee, ist die Umsetzung weitgehend lahm und eintönig ausgefallen. Die wenigen Gewalteinlagen retten nicht viel und die Auflösung, was denn hinter Laceys Unsterblichkeit steckt, rechtfertigen kaum die Sichtung der 89 Minuten Laufzeit, die sich deutlich länger anfühlen.
4 von 10

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